Sichelschnitt-Taktik

Die Sichelschnitt-Taktik war eine Verfahren, dass von der Wehrmacht während des Westfeldzugs 1940 erfolgreich eingesetzt wurde. Die Idee stammte hauptsächlich von Generalleutnant Erich von Manstein und General Heinz Guderian ab.

Ursprünglich plante die deutsche Heeresleitung eine Taktik anzuwenden, die dem Schlieffen-Plan des ersten Weltkriegs ähnlich war. Der Plan verfolgte das Ziel, den Alliierten mittels eines schnellen Angriffs durch Belgien in die Flanke zu fallen. Dabei sollten die gegnerischen Heere getrennt und zurückgetrieben, jedoch nicht vollständig vernichtet werden. Hitler lehnte dieses Vorgehen später ab, da er genau die Vernichtung der alliierten Armeen immer beabsichtigt hatte. Selbst ein novelliertes Konzept brachte keine weitreichenden Veränderungen mit sich.

Im November 1939 schlug Manstein vor, sämtliche alliierten Verbände im Norden der Somme aufzureiben. Zuvor sollten die feindlichen Heere getrennt werden, um sie somit auch von ihren nördlichen Nachschubstationen abzuschneiden. Von den blitzartig agierenden Panzerverbänden war in diesem Plan noch keine Rede.

Wenig später traf sich Manstein mit General Guderian, der ihm den Einsatz von massierten Panzerkräften empfahl. Guderian wollte seine Panzer durch die Ardennen schicken. Er glaubte, dass ein solches Vorgehen für den perfekten Überraschungsmoment sorgen würde. Wie sich herausstellen sollte, lag er mit dieser Überlegung auch goldrichtig. Die Alliierten hätten niemals gedacht, dass es möglich sei, Panzerverbände durch das unwegsame Gebiet der Ardennen zu führen. Trotz dieser modernen Angriffsstrategie, wurde der Plan mehrfach abgelehnt.

Die deutsche Generalität hatte inzwischen ein anders Verfahren mit einem Hauptvorstoß der Heere nach Belgien favorisiert. Sie wussten allerdings nicht, dass sich die Alliierten perfekt auf einen solchen Angriff eingestellt hatten.

Am 10. Januar 1940 stürzte ein deutsches Flugzeug über belgischem Gebiet ab. An Bord befand sich ein Stabsmitglied der zweiten deutschen Luftflotte. Er führte Pläne mit sich, in denen Angriffspunkte für die Luftwaffe angegeben waren. Sein Versuch die wichtigen Unterlagen zu vernichten schlug fehl und die Dokumente gerieten in alliierte Hände.

Nach diesem Zwischenfall wurde Mansteins Idee wieder hervor geholt. Am 17. Februar traf er sich mit Hitler, um ihn seine Vorstellungen von dem Feldzug zu erklären. Kurz darauf wurde die Sichelschnitt-Taktik als Hauptvorstoßplan für die deutschen Heere eingesetzt. Demnach sollten die Niederlande, Belgien und Luxemburg ohne Kriegserklärung angegriffen werden. Das Hauptgewicht der Offensive lag nun in den Ardennen mit Stoßrichtung nach Sedan. Nach dem Vormarsch sollten sich die Verbände leicht nach Norden in Richtung Amiens bewegen, um somit den Sichelschnitt einzuleiten. Die Taktik wurde ein großartiger Erfolg. Die alliierten Armeen waren völlig überrascht und wurden wie geplant gespalten.

Siehe auch: Zweiter Weltkrieg



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