Während Reinstoffe einen Siedepunkt haben, sieden homogene Stoffgemenge nicht an einem Punkt, sondern in einem Temperaturbereich.
Dies liegt daran, dass die einzelnen Bestandteile des Gemenges in der Regel unterschiedliche Siedepunkte haben.
Ist also der Siedepunkt des Bestandteils mit dem niedrigsten Siedepunkte erreicht, beginnt das Gemenge zu sieden, und hört erst auf, wenn die Temperatur des Siedepunkts des Bestandteils mit dem höchsten Siedepunkt erreicht ist.
Das gleiche gilt selbstverständlich für den Schmelzpunkt (Schmelzbereich).
Dieses Verhalten beobachtet man z.B. bei Ölen, Kunststoffen und bei makromolekularen Substanzen i.A., da bei ihnen i.d.R. die Größe der vorliegenden Moleküle und damit ihr Siedepunkt variiert.