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Geschichte
Basis war ein Stahlhammer, der bereits 1841 von Andreas Bauer gegründet wurde und von den Brüdern Simson im Jahre 1856 gekauft wurde. Die Produktion von Holzkohlenstahl lief weiter, das Erzeugnis wurde aber bald für die Herstellung von Waffen verwendet. Die ersten Fahrräder, die englischen Vorbildern ähnelten, fuhren ab 1896 auf deutschen Straßen und die Firma Simson wurde bald zu einem der großen Fahrradproduzenten.
Ab 1908 wurden auch PKWs gebaut, zwischen 1924 und 1930 sogar ein Rennwagen mit der Bezeichnung Simson Supra, der im Rennsport sehr erfolgreich fuhr.
Im Rahmen der Judenverfolgung nach der Machtübernahme 1933 durch die Faschisten unter der Führung Adolf Hitlers kam es zum so genannten Simson-Prozess, in dem die Familie Simson enteignet wurde. Die Familie Simson wanderte nach Amerika (?) aus, wo heute noch Nachfahren leben (Stand ca. 2000). Es wurde ein Treuhänder eingesetzt und weitere Werke angegliedert, die dann unter dem Namen "Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke" (BSW) geführt wurden.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Werke von den Alliierten als Rüstungsbetrieb eingestuft und 1946 das Werk weitgehend demontiert und als Reparationszahlung in die Sowietunion transportiert. Mit dem Rest wurde die Produktion von Jagdwaffen, Kinderwagen und Fahrrädern wieder begonnen. 1947 wurde Simson in die sowjetische Aktiengesellschaft SAG Awtowelo (AWO) eingegliedert.
Ende 1948 erhielt das Werk von der sowietischen Militäradministration (SMAD) den Befehl, ein seitenwagentaugliches Motorrad mit 250ccm-Viertaktmotor zu bauen, die legendäre AWO 425. Dieses Modell ähnelt sehr stark der EMW bzw. BMW R25, jedoch sind die Fahrzeuge kaum ersatzteilkompatibel.
Ab 1. Mai 1952 war das Werk Eigentum der DDR und wurde in das IFA-Kombinat eingegliedert. Produziert wurden neben der AWO 425 (von da an als Simson 425 bezeichnet) auch Mopeds, Mokicks und Roller.
1964 wurde die Produktion der Simson 425 - des einzigen in der DDR produzierten 4-Takt-Motorrades und im Volksmund respektvoll "Dampfhammer" genannt - zugunsten der kleineren 50ccm-Mokicks eingestellt.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Simson geschlossen/abgewickelt (?), aber sofort wieder neu gegründet als "Suhler Fahrzeugwerk GmbH".
Die Mokickbaureihen wurden modernisiert und man engagierte sich im Automobilbau, indem man das im Schwarzwald entwickelte 4-sitzige Elektroauto namens "Hotzenblitz EL-Sport" produzierte. Allerdings wurde das Modell nur in einer kleinen Serie von 140 Stück gefertigt.
Nach mehreren Beinahe-Insolvenzen musste die Firma am 28. Juni 2002 endgültig Insolvenz anmelden; der Firmenbesitz wurde im Mai 2003 versteigert. Die Ersatzteilversorgung der im Feld befindlichen Zweiradfahrzeuge wird nun von einem der Hauptkäufer Zweirad-Schubert unter dem Namen "Simson und MZ ErsatzteileVertrieb" geleistet; dieser hat auch die ehemaligs auf Simson registrierte Web-Adresse http://www.simson-motorrad.de/ übernommen.
Siehe auch: Awtowelo, MZ, Jawa, IFA
Hergestellte Produkte und Fahrzeuge
Unter Führung der Familie Simson
Während der Nazidiktatur
Unter Sowjetbesatzung
Als VEB
Nach der deutschen Wiedervereinigung
Weblinks