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In verschiedenen Kulturen hatten Sklaven einen unterschiedlichen Status.
Ein Mensch kann sich aufgrund wirtschaftlicher Abhängigkeit in einer de facto Sklaverei befinden. Eine solche Abhängigkeit kann beispielsweise dann entstehen, wenn ein Mensch überschuldet ist und dies ausgenutzt wird. Neben der Überschuldung wird heute in vielen Fällen eine fehlende Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung als Druckmittel eingesetzt.
Seit der Antike war vielerorts ein System der Schuldsklaverei rechtlich verankert - so konnte der Gläubiger den Schuldner als Sklaven seine Schuld abarbeiten lassen. In Athen führten Revolten der einfachen Leute gegen diese Praktiken zu der Verfassung des Solon, der in seiner Verfassungsreform einen Schuldenerlass (Seisachteia "Lastenabschüttelung") verfügte und diese Form der Schuldsklaverei verbot.
Das Judentum (Volk Israel) definierte seinen eigenen Status in einzigartiger Weise, nämlich als den eines von Gott aus der Sklaverei Ägyptens befreiten Volkes. Eben darum sollte es in diesem Volk keine Angehörigen geben, die einen uneingeschränkten und dauerhaften Sklavenstatus innehatten. Demgemäß wurde die Sklaverei im Alten Testament gegenüber der heidnischen Umwelt wesentlich relativiert: Volksfremde Sklaven wurden vor allem durch Gefangennahme im Krieg erworben; sie konnten gekauft und verkauft sowie für Arbeitsdienste verwendet werden. Für hebräische Sklaven galten besondere Schutzvorschriften; sie konnten im Fall des Selbstverkaufs bei äußerster Not erworben werden. Nach spätestens sechs Jahren waren sie freizulassen, in Erinnerung an die Befreiung Israels aus der Sklaverei der Ägypter. Der Sklave ist in Israel nicht völlig rechtlos, da er ebenso wie sein Herr von Gott geschaffen ist und diesem als Menschen gleichsteht. Mit dieser neuen Wertung war ein Zeichen gesetzt auch für die Nachbarvölker Israels. Dem widerspricht es nicht, dass auch im auserwählten Volk Gottes gewisse Rückfälle in inhumane Verhaltensweisen vorgekommen sind.
Auch in der Römischen Republik war ursprünglich ein System der Schuldsklaverei üblich, nebenher wurden in geringem Maße auch Kriegsgefangene versklavt. Die Schuldsklaverei wurde im 2. Jahrhundert v. Chr verboten, offiziell auf Druck der Bevölkerung. Tatsächlich kamen zu dieser Zeit wegen der Eroberungsfeldzüge der Römer immer mehr Kriegsgefangene als Sklaven nach Rom, wodurch die Schuldsklaverei uninteressant wurde.
Der Sklave (homo servus) hatte nach römischem Recht keine Persönlichkeit und somit auch keine Rechtsfähigkeit. Er war als bloße Sache Gegenstand des Handels, Sklavenkinder waren von Geburt an Sklaven, dem Herrn stand das Recht über Leben und Tod des Sklaven zu. Was der Sklave verdiente, gehörte dem Herrn. Erst nach und nach entwickelte sich das Pekulienwesen, welches dem Sklaven aus seinem Nebenverdienst den Erwerb eigenen Vermögens (peculium) in beschränkter Weise gestattete und ihm dadurch die Möglichkeit eröffnete, sich loszukaufen. Es gab verschiedene Arten der Freilassung (manumissio) von Sklaven. Möglich waren unter anderem:
Die Behandlung der Sklaven gab durch Willkür und Grausamkeit wiederholt Anlass zu blutigen Sklavenaufständen und drei Sklavenkriegen. Insbesondere war es der Spartacus-Aufstand (73 bis 71. v. Chr), der für Rom gefährliche Ausmaße annahm.
Mit der Erhebung des Christentums zur römischen Staatsreligion traten gewisse Milderungen der Sklaverei ein. Da es Christen nicht erlaubt war, andere Christen zu versklaven, ging die Sklaverei in Mitteleuropa immer mehr zurück. Dafür entwickelte sich ein System der Leibeigenschaft. Den einem Adligen leibeigenen Bauern war es verboten, ihr Land zu verlassen. Sie waren zu zahlreichen Arbeitsleistungen und hohen Abgaben gegenüber ihrem Herrn verpflichtet.
Einen Aufschwung erlebte die Sklaverei noch mal um das 10. Jahrhundert mit der Missionierung Osteuropas. Der Handel mit nichtchristlichen Slawen blühte auf. Aus dieser Zeit stammt auch das Wort sclavus, welches das ältere servus ersetzte.
Im Spätmittelalter schließlich ging auch dieser Sklavenhandel wieder zurück, da die Transportwege immer länger wurden und die Sklaverei so unrentabel wurde. Im Mittelmeerraum, wo es keine Nachschubprobleme an schwarzafrikanischen Sklaven gab, blühte der Menschenhandel jedoch weiterhin prächtig. Einen erneuten Aufschwung nahm die Sklaverei mit der Besiedlung der Neuen Welt.
Während seiner ganzen Geschichte und bis heute kennen die Gebiete islamischer Kultur den Sklavenhandel und die Sklaverei, sowohl mit schwarzafrikanischen als auch mit europäischen Sklaven. Erst in der jüngsten Zeit (Saudi-Arabien 1972) wurde der Sklaverei offiziell abgeschafft, lebt im verborgenen sogar bis heute in nicht unerheblichem Maße weiter. Der Charakter der Sklaverei war aber ein anderer als etwa in der Antike oder in der neuen Welt. Es handelte sich im wesenlichen um eine "Luxus"-Sklaverei, bei der entweder Sklavinnen den Harem erweiterten oder Sklaven, meist Eunuchen, als personliche Diener fungierten. Das ist auch der Grund warum z.B. heute nur an wenigen Stellen (meist in einsamen Oasen) eine Nachkommenschaft schwarzer Sklaven existiert. Männlichen Sklaven wurde die Fortplanzung meist aufs brutalste verwehrt (Kastration) und Sklavinnen hatten nur Kinder mit ihren mehr oder minder weißen Herren. Da in der islamischen Kultur fast nur die Abstammung über die männliche Linie zählt, konnten die Kinder von Sklavinnen höchste Positionen erlangen. So waren fast alle späteren Kalifen Söhne von Sklavinnen. Selbst der Gründer der Dynastie der Saudis, 'Abd ul-'Aziz Ibn Sa'ud, der Vater des heutigen saudischen Königs, wusste deshalb nicht wer die Mutter seiner Mutter war (nämlich eine unbekannte Sklavin). Besonders blonde kaukasische Sklavinnen waren sehr geschätzt und wurden bis zum ersten Weltkrieg gehandelt. So kam es, das reiche einfussreiche Muslime oft fünfzig Söhne von vielen Frauen verschiedenster Herkunft hatten. Der so genannte "Laurence von Arabien" berichtet von einem Bad in einem Oasenteich nach einem langen Wüstenritt, wo junge eng verwande Männer aller erdenklichen Hautschattierungen nackt und munter und gleichberechtigt im Wasser planschten. Auch konnten Sklaven im Islam hohe politische und militarische Ämter erlangen, blieben aber persönliches Eigentum ihrer Besitzer. Manchmal gelang es diesen Sklavenkriegern aber die Macht zu erobern, wie den so genannten "Mamluken" von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis 1517 in Ägypten.
Mit der Kolonisierung Amerikass bestand ein erneuter Bedarf an billigen Arbeitskräften. Die einheimische Bevölkerung erwies sich dazu nicht geeignet, da sie zu anfällig gegen eingeschleppte europäische Krankheiten wie Masern oder Pocken waren. 1512 wurde die Indianersklaverei durch den spanischen König verboten. 1526 erreichten die ersten Sklavenlieferungen aus Afrika die Insel Kuba. Im Laufe des 16 und 17. Jahrhunderts gelangten mehr als 600.000 afrikanische Sklaven in die spanischen Kolonien Amerikas.
weiteres siehe: Atlantischer Sklavenhandel
Der derzeitige Menschenhandel hat weltweit viele Frauen in eine Situation gebracht, die durchaus mit der Sklaverei vergleichbar ist. Dies nicht nur in der Prostitution. Auch als Hausangestellte werden viele Ausländerinnen wie Leibeigene gehalten (in der Schweiz vor allem in Städten mit vielen Diplomaten, z.B. Genf und Bern). Dabei kommt als Druckmittel vor allem die fehlende Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung zum Zuge. Außerdem werden den Frauen oft die Ausweispapiere vorenthalten.
In manchen Staaten befinden sich Kinder in einem der Sklaverei ähnlichen Zustand (siehe Kinderarbeit).
Obwohl Sklaverei heute international geächtet ist, wird sie zum Beispiel in Burma oder im Sudan durch den Staat nicht unterbunden. Im Sudan wird die teils animistische, teils christliche Bevölkerung im Süden wird immer wieder von Sklavenjägern aus dem arabischen Norden überfallen.
Siehe auch: Atlantischer Sklavenhandel, Ostafrikanischer Sklavenhandel, Mediterraner Sklavenhandel, Schwabenkinder, Illegalisierter MigrantGeschichte der Sklaverei
Sklaverei im antiken Rom
In Rom hatten freigelassene Sklaven (libertini) zwar, im Gegensatz zu vielen griechischen Staaten, die Bürgerrechte, standen aber als Klienten immer noch zu dem Patron, der sie freigelassen hatte, in einem Abhängigkeitsverhältnis. Sklaverei im Mittelalter
Sklaverei im Islam
Sklaverei in den Kolonien
Sklavenaufstand auf Haiti
Die Französische Revolution im Jahr 1789 brachte die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hervor, diese verbreiteten sich auch in den Kolonien. Dies löste 1791 den Aufstand der schwarzen Sklaven auf Haiti aus. Anführer der Aufständischen war François Dominique Toussaint Louverture. Schließlich wurde 1794 die Sklaverei auf Haiti verboten und die Kolonie erhielt Autonomie. Allerdings führte Napoleon I 1802 die Sklaverei wieder ein, worauf der Aufstand erneut ausbrach. 1804 erreichte Haiti schließlich die Unabhängigkeit. Damit war die Sklaverei dort besiegt. Der Sklavenaufstand auf Haiti war der einzige, der zur Gründung eines unabhängigen Staates führte. Sklaverei in den Vereinigten Staaten
Allgemein bekannt ist die Sklaverei aus den Südstaaten der USA, die in großer Zahl Menschen aus Afrika als Arbeitskräfte für die Landwirtschaft importierten. Mit der Sklaverei entwickelte sich auch der Rassismus der Weißen gegenüber der einheitlich schwarzen Sklavenbevölkerung.
Am 18. Dezember 1865 wurde mit der Ratifizierung des 13. Zusatzes ("amendment") zur amerikanischen Verfassung durch die Bundesstaaten die Sklaverei in den Vereinigten Staaten verboten.Moderne Sklaverei