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Bekannt ist die Aussage Kurt Tucholskys unter dem Pseudonym Ignatz Wrobel in der Zeitschrift Die Weltbühne Nr. 191, vom 4. August 1931:
„Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“
Der verantwortliche Redakteur Carl von Ossietzky wurde 1932 der Beleidigung der Reichswehr angeklagt, jedoch freigesprochen, da keine konkreten Personen gemeint seien und eine unbestimmte Gesamtheit nicht beleidigt werden könne.
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2 Notwehr 3 Mörder sind keine Soldaten 4 Ähnliche Aussagen 5 Weblinks |
Rechtsprechung in der Bundesrepublik
Seit dieses Prozesses gab es aber viele weitere, manche kamen sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht. Sogar mit schlechten Übersetzungen (z. B. A soldier is a murder statt A soldier is a murderer) musste sich das BVerfG beschäftigen. Eine Tendenz zu Freisprüchen mit Verweis auf die Meinungsfreiheit ist klar zu erkennen. Freisprüche, die die Behauptung Soldaten sind Mörder als wahr anerkennen, sind dagegen seit den Kriegsbeteiligungen Deutschlands selten geworden.
Diese Rechtssprechung wurde durch das Bundesverfassungsgericht 1995 im wesentlichen fortgeschrieben. Laut dem Urteil könne eine derartige Aussage durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sein und stelle nicht automatisch eine Beleidigung aller Soldaten dar. Es sei vielmehr auf den konkreten Einzelfall abzustellen.
Die Aussage Alle Soldaten sind Mörder oder Die Soldaten in der Kaserne XYZ sind Mörder kann daher durchaus zu einer gerichtlichen Verurteilung führen.
Die Aussage Soldaten sind Mörder wird per Gesetz als falsch gewertet, da Soldaten in Kriegseinsatz als einzige aus der Definition von Mord herausgenommen werden. In einem (meist völkerrechtskonformen) Verteidigungskrieg ist der Soldat in einer Notlage und die Tötung gegnerischer Kombattanten (nicht aber von Zivilisten!) durchaus als Notwehr zu rechtfertigen. Im Falle eines Angriffskrieges könnten die Kampfhandlungen selbst völkerrechtlich als Morde gewertet werden, dies ist bislang aber ohne Präzedenzfall. Einigkeit besteht nur in Bezug auf Kriegsverbrechen.
Die Gleichsetzung einer gesamten Armee mit ihren rechtswidrig handelnden Teilen (also z.B. die politische oder militärische Führung) ist insofern problematisch, als im Einzelfall zu entscheiden ist, ob die Verantwortung dafür beim einzelnen Soldaten oder der militärisch-politischen Führung liegt. Ein Soldat der Bundeswehr ist jedenfalls verplichtet, die Ausführung eines offensichtlich rechtswidrigen Befehls zu verweigern, könnte sich somit nicht auf Befehlsnotstand berufen und wäre persönlich verantwortlich.
Der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann in einer Bundestagsrede 1958:
Notwehr
Die oben angeführte Notwehr bezieht in diesem Fall nicht notwendigerweise auf die Verteidigung des eigenen Lebens, oder auch nur auf die unmittelbare Gefahrenabwehr bei Dritten, sondern auf die allgemeine Gefahrenabwehr für eine (staatliche) Gemeinschaft. Dieses Konzept der "kollektive Notwehr" wird jedoch von Gegnern des Militärs nicht als solche anerkannt.Mörder sind keine Soldaten
Ganz anders herum ging das Kabarettistenduo Volkmar Staub und Reiner Kröhnert die Sache 1995 in ihrem Programm an:Ähnliche Aussagen
Außer Tucholsky gab es noch andere bekannte Persönlichkeiten die sich zum Thema äußerten.
Pastor Martin Niemöller in seiner Kasseler Rede vom 25. Januar 1959 (wogegen Verteidigungsminister Strauss klagte, und verlor):
"Offiziersgesindel und Offizierspack" -- AG München, 14.4.1978: Verurteilung
"Jeder Soldat ist ein berufsmäßig trainierter Mörder, jeder Ausbilder ein Anstifter zu Mordtaten, jeder Luftwaffenpilot ein professioneller Bombenwerfer, jede Armee ist eine Terrorbande" -- LG Limburg, 1981: Freispruch
Weblinks