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Gegründet wurde die Nördliche Song-Dynastie 960 von einem General namens Zhao Kuangyin, der den siebenjährigen Thronerben der Späten Zhou-Dynastie stürzte und postum Tai Tsu genannt wurde. Damit endete die Zeit der Fünf Dynastien. Kaifeng wurde Hauptstadt eines wieder weitgehend geeinten Chinas.
Große Teile des Nordens waren aber bereits in der Gewalt der Kitan, welche das Land in mehreren Siegen (979, 986) und im Frieden von 1004 behaupteten. Die Song zahlten ihnen schließlich Tribut.
Entscheidend für den Untergang der Nördlichen Song-Dynastie war die 1126 erfolgte Gefangennahme des Kaisers Hui-tsung und seines Sohnes durch die Jurchen (Jin-Dynastie). Kao-tsung, ein anderer Prinz entkam und gründete südlich des Jang-tse die südliche Song-Dynastie. Ein Sieg über einen Jurchen-General am Jang-tse 1130 sicherte den Bestand der Dynastie.
Im Jahr 1138 marschierte der chinesische Volksheld Yo-Fei bereits auf Kaifeng, als der kriegsmüde Kaiser Kao-tsung einen Tribut-Frieden schloss. Yo-Fei wurde dann durch den Hof verhaftet und hingerichtet. Song-China hatte in Zukunft zwar die Macht, aber nicht den Willen, die Jurchen aus Nordchina zu vertreiben und sicherte den Frieden stattdessen durch hohe Tribute.
Ferner ist die Existenz des Tangutenreiches in Kansu und die des Staates Nanchao (Thai, Tibeter, Chinesen mit Hauptstadt Tali) in Yünnan zu verzeichnen.
Die Zeit der Song-Dynastie sicherte China ein schnelles wirtschaftliches Wachstum, eine damals einzigartige gesellschaftliche Blütezeit (Buchdruck mit beweglichen Lettern u.a. Erfindungen, Dichtung, Philosophie) und ferner weitreichende Handelsbeziehungen.
Voraussetzung für den Erfolg der alten chinesischen Wirtschaft war der Überschuss an Arbeitskräften, der durch die Abwanderung von Bauern in die Städte des 12. Jahrhunderts gegeben war. In den staatlich betriebenen Manufakturen arbeiteten bis zu 7000 Arbeitskräfte; und in privaten Manufakturen, -auf dem Bereich der Ziegel-Brennereien, Lacke- und Porzellanherstellung- arbeiteten zumindest bis zu 1200 Arbeitskräfte.
Diese privaten Manufakturen arbeiteten aber stets den großen staatlichen Manufakturen zu. Wenn sie zu einflussreich werden drohten, griff der Staat ein. Eine weitere Ausdehnung dieser frühkapitalistischen Entwicklung wurde also durch den Staat verhindert.
Die meisten Handwerker waren im Verlagssystem von einem Verleger abhängig (wie in England im 16. Jhrd.). Größere Handwerker konnten bis zu 40 Lohnarbeiter haben. Zünfte waren für Arbeitsvermittlung, Waisenheime und Feuerwehren zuständig. In den Häfen gab es Maklerbüros und Hafenarbeitergilden.
Nach 1065 hielt man Beamtenprüfungen aller drei Jahre ab und machte sie zur Pflicht. Unter Kaiser Shen Tsung kam es 1069 zu den Reformen des Wang An-schi. Es handelte sich dabei um die Herstellung eines Gleichgewichts auf dem Lebensmittelmarkt, staatliche Darlehen für Bauern gegen Verpfändung der Ernte, um eine Reform der Grundsteuern nach dem Ertrag, eine Wehrverfassung und vieles mehr. Die Beamtenprüfungen wurden unter Wang An-schi praktischer ausgerichtet.
Wang An-schi konnte sich bei Hofe nicht halten und wurde 1076 verbannt. Seine Reformen sicherten aber noch ein halbes Jahrhundert die innere Stabilität des Staates.
Die Schattenseiten des Song-Staates im 12./13. Jhrd. waren Veruntreuung und Vetternwirtschaft in der Mandarin-Verwaltung, hinter der die Steuerflucht dicker Geschäftemacher, meist Großgrundbesitzer, und die daraus resultierenden Zahlungsschwierigkeiten des Schatzamtes standen.
Es kam daher zu einer nicht zu bremsenden Inflation, bald auch zu Zwangsmaßnahmen des Kanzlers Kia-se-tao (hingerichtet 1276), was die Loyalität der Beamtenschaft und schließlich der Armeeführung am Vorabend des Mongolenangriffs weiter untergrub. Nach dem Fall der Festungen am Han-Fluss (Xiangyang, Provinz Szechuan) 1273 drangen die Mongolen der Yuan-Dynastie nach Hang-zhou vor, was 1276 kapitulierte. 1279 ertrank der letzte Thronerbe in einer Seeschlacht.
Kaiser der Song
Siehe auch: Yuan-Dynastie, Chinesische Geschichte, Zeittafel der chinesischen Geschichte