Sotho

Der Begriff Sotho fasst verschiedene Ethnien der Bantu zusammen.

Es handelt sich um einen künstlich geschaffenen Begriff, der unterschiedliche Dialekte vereint, der aber bei den Sotho selbst durchaus auf Akzeptanz stösst.

Ethnische Unterteilung

Die auf dem inneren Plateau lebenden endogamen Sotho umfassen folgende Untergruppen: Tswana (auch Westliche Sotho genannt), Basotho (Südliche Sotho) und Nördliche Sotho.

Diese drei Untergruppen kannten unterschiedliche politische Systeme. So lebten die Basotho in kleineren, lose organisierten Dörfern. Die Dörfer unterteilten sich in verschiedene geografische Einheiten wie Wohngebiete, landwirtschaftliche Flächen sowie Weiden.

Die Tswana bewohnten grössere, kompaktere, dichter bevölkerte Siedlungen, wobei das Farmland oft ausgegliedert wurde. Die Geschichte der Tswana ist geprägt durch etliche Trennungen und Abspaltungen. So entstanden zahlreiche Häuptlingstum|Häuptlingstümer]]. Der Name ?Tswana? beschreibt folglich keine sozio-politische Einheit.

Die Basotho und die Tswana sind durch manche ähnliche kulturelle Elemente verbunden. Sie besitzen nah verwandte Sprachen. Bei beiden Untergruppen ist eine starke Tendenz zur Spaltung ihrer Häuptlingstümer erkennbar. Die Spaltungen sind oft durch eine steigende Bevölkerung und damit durch zu wenig Weidegründe erklärbar. Gemein ist ihnen auch eine gemeinsame Lineage. Die Differenzen der Tswana und der Basotho basieren hauptsächlich auf dem unterschiedlichen Terrain. Die Basotho besiedeln ein eher bergiges Gebiet, wohingegen die Tswana die Savannah bevölkern. Daraus resultieren die oben beschriebenen Unterschiede in den Siedlungsmustern.

Bei den Nördlichen Sotho bilden die Pedi die Kerngruppe. Einige Ethnologen setzen die beiden Begriffe Nördliche Sotho und Pedi sogar gleich. Andere widersprichen dem, indem sie nebst den Pedi noch andere, den Nördlichen Sotho angehörende Stämme wie die Lobedu nennen.

Die Pedi unterscheiden sich stark von den übrigen Sotho durch die Entwicklung einer so genannten Schirmherrschaft. Diese umfasste eine Anzahl von Häuptlingstümer. Der übergeordnete Häuptling kreierte eine Bande der Abhängigkeit, indem er die untergeordneten Anführer durch die Verheiratung mit Schwestern und Töchtern in die Verwandtschaft einbezog. Er besass grosse Macht und konnte zum Beispiel die Landvergabe frei gestalten.



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