Sowjet

Als Sowjet (russisch: Rat) bezeichneten sich in der russischen Revolution von 1905 bis 1907 Arbeiterkomittees der Betriebe und in Stadteilen, die Funktionen der politischen und militärischen Macht ausübten. Sie bildeten sich spontan; die politischen Parteien versuchten, in ihnen Einfluß zu gewinnen.

Die Sowjets bildeten sich nach der russischen Februar-Revolution von 1917 neu und waren das Podium, später das Machtorgan der Bolschewiki um Lenin und Trotzki. In der Sozialistischen Oktoberrevolution erklärte sich der von ihnen dominierte Sowjet-Kongreß zur neuen Regierung Rußlands.

Das ursprüngliche Organisationsprinzip waren die Betriebe, Dörfer, Armeeeinheiten, weshalb man von einer nichtstaatlichen "Rätedemokratie" sprach. Die Bolschewiki institutionalisierten die Sowjets aber schon bald als Organisationsform des sozialistischen Staates und ersetzten die Basis- durch eine konventionelle Vertretungs-Demokratie.

1920 erhoben sich revolutionäre Matrosen der Festung Kronstadt vor Petrograd gegen die sowjetrussische Regierung (Rat der Volkskommissare), um wieder frei gewählte Sowjets (Sowjets ohne Kommunisten) an die Macht zu bringen. Der Aufstand wurde von der Roten Armee unter Trotzki blutig niedergeschlagen.

Von da an war "Sowjet" nur noch das russische Wort für (sozialistisch eingeschränkten) Parlamenarismus von der Gemeinde bis zum Staat.

Umgangssprachlich bezeichnete Sowjet den Staat Sowjetunion oder aber Bürger der Sowjetunion.





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