Soziale Schicht

Das Konzept der sozialen Schichtung bezeichnet die Unterteilung einer Gesellschaft in verschiedene Ebenen. Diese sollen dazu dienen die Struktur einer Gesellschaft zu beschreiben.

Die Möglichkeiten der Sozialstrukturanalyse sind:

Zwischen diesen Gruppen bestehen soziale Ungleichheiten, z.B. in Bezug auf den Zugang zu Ressourcen, Bildung, Reichtum, Macht etc. (Schichtungskriterien), so dass zwischen diesen Gruppen eine Hierarchie besteht. Im Gegensatz zu Kasten und Ständen sind zwischen sozialen Schichten Wechsel möglich, dies nennt man soziale Mobilität.

Der Unterschied zum Klassenbegriff ist, dass der Schichtbegriff rein deskriptiv und beschreibend ist, während der Klassenbegriff erklärenden Charakter besitzt. Auch bezieht sich der Klassenbegriff ausschließlich auf die Stellung im Produktionsprozess, während der Schichtbegriff weiter gefasst ist. Im deutschen ist der "Klassenbegriff" stark ideologisch aufgeladen (durch den Marxismus), während dies z.B in angelsächsischen Ländern nicht der Fall ist.

Der Unterschied zwischen Sozialschicht und Stand ist vor allem der familiäre Ursprung. Einem Stand gehört man von Geburt an in bestimmten Ländern an und bleibt i.d.R. diesem Stand verhaftet, während es im Laufe eines Lebens in einer ständefreien Gesellschaft durchaus möglich ist, die Schicht der man angehört zu wechseln (sozialer Aufstieg).

Zuoberst in dieser Hierarchie stehen die "Anführer", die so genannten Eliten, zuunterst steht die "Masse", die "Dominierten". Zwischen diesen beiden Polen können - je nach Gesellschaftsform - mehr oder weniger intermediäre Schichten existieren.

Zur Klassifizierung der verschiedenen sozialen Klassen werden bestimmte Gewohnheiten und Ausdrucksformen des alltäglichen Lebens herangezogen. Diese Einteilung ist für die Kommunikation mit Menschen oder Gruppen hilfreich.

Obwohl die soziale Schichtung je nach Gesellschaftsform anders aussieht, hat dennoch jedes soziale System seine sozialen Ungleichheitenen hat. Jede Gesellschaft versucht, durch mehr oder weniger geeignete Strategien, "ihre" Ungleichheiten zu legitimieren.

Vier Faktoren bestimmen die Position, die ein Individuum respektive seine Zugehörigkeitsgruppe, in der Gesellschaft innehat:

Als Begründer der Schichtungssoziolgie gilt Theodor Geiger, dieser entwickelte Ansätze des Schichtbegriff für die Sozialstrukturanalyse als eine Auseinandersetzungen mit dem Klassenbegriff. Die bekanntesten Schichtmodelle für Deutschland sind von Ralf Dahrendorf (1965), Karl Martin Bolte (1967) die "Bolte-Zwiebel" und Rainer Geißler (1967). Das Modelle von Geißler ähnelt dem von Dahrendorf, wird jedoch dadurch ergänzt dass es zu dem Dahrendorfschen "Haus" einen Anbau gibt in dem spezielle schichten für Ausländer definiert werden. Die Schichtenbegriff ist verglichen mit dem Klassen und Ständebegriff vergleichsweise neu.

Da Menschen unterschiedlicher sozialer Stellung auch unterschiedliche Bedürfnisse haben, ist der Umgang mit ihnen aus Sicht der Soziologie, der Psychologie sowie des Marketing differenziert zu betrachten. So sind beispielsweise die Wahlprogramme der politischen Parteien auf bestimmte soziale Gesellschaftsschichten ausgerichtet.

Eine andere Verwendung für diese Einteilung sind die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen, die ihre Leistungen zielgruppengerecht vermarkten möchten. Der Begriff der Zielgruppe umfasst darüber hinaus allerdings eine Reihe weiterer Merkmale.

Nicht zuletzt ist die Partnerwahl des Menschen i.d.R. statusabhängig, da die meisten Menschen sich eher mit einem Menschen aus der gleichen gesellschaftlichen Schicht verbinden, als mit Partnern aus ganz anderen sozialen Schichten.

Obwohl es für jede dieser Bedeutungen sicher eine Reihe von Ausnahmen gibt, hat sich die Einteilung in soziale Klassen lebenspraktisch dennoch durchgesetzt. Vor allem eine hohe statistische Wahrscheinlichkeit der beschriebenen sozialen Merkmale lässt eine, aus ethischer Sicht vielleicht absurd erscheinende, derartige Tabelle über Jahrzehnte der Konsumforschung offensichtlich nützlich erscheinen.

Eine Tabelle der sozialen Klassen findet sich unter Soziale Klasse.

Siehe auch: Bürgertum, Standesordung, Werbung, Marketing, Zielgruppe, Statussymbol, Soziologie

Literatur

Weblinks