Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war die Staatspartei der DDR. Sie ging 1946 aus der durch die KPD betriebenen Zwangsvereinigung von KPD und SPD in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) hervor.

Wenn man in der DDR von "der Partei" sprach, bedurfte es keiner Rückfrage, welche Partei gemeint war. Dass es in der DDR vier weitere Vereinigungen gab, die sich ebenfalls "Partei" nannten (die "Blockparteien" CDU, LDPD, NDPD und DBD), ließ der allgemeine Sprachgebrauch völlig unberücksichtigt und brachte damit die politische Realität zum Ausdruck. Ähnlich eindeutig war die Bezeichnung "Genosse". Eine Losung lautete "Wo ein Genosse ist, da ist die Partei" und niemand nahm an, dass es sich um ein Mitglied einer Konsumgenossenschaft handele. Neben der SED lautete lediglich in der Nationalen Volksarmee und bei der Deutschen Volkspolizei die allgemeine und vorschriftsmäßige Anrede "Genosse".

Die "führende Rolle der Partei" war keine Floskel. Die SED bildete das Gerüst des Gesellschaftskörpers. Bereits in Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen wurde die Parteimitgliedschaft der Eltern erfasst, damit die Leiter der jeweiligen Einrichtung die Elternvertretung so gestalten konnten, dass die SED eine führende Position einnahm. Jedes Arbeitskollektiv kannte die SED-Mitglieder unter sich. Oft wurden sie gesondert zusammengerufen oder nach Arbeitsbesprechungen hieß es: "Die Genossen bleiben bitte noch einen Moment hier!" Dann folgte die Aufforderung, besondere Wachsamkeit gegenüber Anschlägen des Klassenfeindes zu üben oder Informationen über die aktuelle politische Lage.

Parallel zur Hierarchie der offiziellen Verwaltung exisitierte auf allen Ebenen der Parteiapparat. Beide waren eng miteinander verwoben. In der Regel war der "staatliche Leiter", das heißt der Betriebs- oder Institutsdirektor, Mitglied der Parteileitung. Polizei, Militär, Staatssicherheit, Justiz, Wirtschaftsorgane, Kommunalbehörden, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Massenorganisationen und Blockparteien und sämtliche gewählten Gremien wie Räte der Kreise und Bezirke unterstanden den Parteiinstanzen. Dieses System setzte den Aufstiegsmöglichkeiten von Nicht-Genossen enge Grenzen. Sich der Parteimitgliedschaft zu verweigern, bedeutete Verzicht auf sozialen Aufstieg, Ausschluss von den manchen Privilegien und verminderte Ausbildungs- und Berufschancen für die Kinder.

Die Partei löste sich 1990 nach der deutschen Wiedervereinigung selber auf; Rechtsnachfolger ist die PDS.

Bekannte Mitglieder

(Eintrittsjahr) s.a. Politische Partei, Maueröffnung


siehe aber: sed

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