Spätmittelalter

Der Wechsel vom 13 zum 14. Jahrhundert markiert den Wechsel vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter. Herrschte im Hochmittelalter in gewisser Weise Aufbruchsstimmung, so war es nun eine krisenhafte, teilweise gar apokalyptische Stimmung, die die Menschen beherrschte. Ursachen waren Missernten, Hungersnöte, Pestepidemien und die Krise des Papsttums. Daraus ergaben sich Judenverfolgung und Aufstände in Städten und unter den Bauern.

Die gedrückte Stimmung führte vielfach zum Wunsch der direkten Erfahrung von Gott. Das Bibelstudium vermittelte den Menschen das Bild der einfachen Lebensweise von Jesus Christus und den Aposteln,ein Vorbild, dem die existierende Kirche nicht gerecht wurde. So entstanden Bettelorden und apostolische Gemeinden, die sich dem einfachen Leben widmen wollten. Viele davon wurden als Ketzerei verfolgt, so z.B. die Waldenser, Katharer oder die Brüder vom freien Geist. Frauen begannen ein gemeinsames Leben als Beginen. Von der Kirche mißtrauisch geduldet wurden die Brüder vom gemeinsamen Leben mit ihrer neuen Frömmigkeit sowie die Mystiker Johann Tauler und Meister Eckhart.

In Norddeutschland entsteht die Hanse, zunächst als Kaufmannsgilden, dann als Städtebund. Sie beherrscht bald den Handel zwischen Norwegen und Schweden im Norden und den deutschen Landen mit Flandern im Süden, zwischen England und Frankreich im Westen und Russland und dem Baltikum im Osten.

Der vorherrschende Baustil im Spätmittelalter ist die Gotik.

Die Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts beendete das Mittelalter.

Literatur