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SQL (Structured Query Language) ist eine Abfragesprache für relationale Datenbanken. Sie hat eine relativ einfache, an die Umgangssprache angelehnte, Syntax und stellt eine Reihe mächtiger Befehle zur Definition von Datenstrukturen (nach der relationalen Algebra), zur Manipulation von Datenbeständen (Anfügen, Bearbeiten und Löschen von Datensätzen) und zur Abfrage von Daten zur Verfügung. Durch ihre Rolle als Quasi-Standard ist SQL von großer Bedeutung, da eine weitgehende Unabhängigkeit von der benutzten Software erzielt werden kann. Allerdings weichen in der Praxis die einzelnen (insbesondere proprietären) Implementierungen voneinander ab (z.B. Microsofts JetSQL, das in neueren Versionen von Access verwendet wird, oder Oracle Sql). Es gibt auch Open Source-Datenbanksysteme, wie z.B. MySQL oder PostgreSQL, die beide gerne im Zusammenhang mit der Programmiersprache PHP und dem Webserver Apache benutzt werden. Dafür stehen dann im Zusammenhang mit MySQL die Abkürzungen WAMP (W Windows) beziehungweise LAMP (L Linux).
Die Grundlage aller relationalen Datenbanken legte 1970 Edgar F. Codd mit seinem Artikel "A Relational Model of Data for Large Shared Data Banks". Codd arbeitete damals im IBM-Forschungslabor in San Jose Kalifornien. Bei den auf diesen Artikel folgenden weltweiten Forschungsarbeiten war ein Aspekt die Entwicklung relationaler Sprachen. Die Bedeutendste von der kommerziellen Sichtweise her war die "Structured English Query Language" SEQUEL, die in den IBM Forschungslabors 1974 entwickelt wurde. 1976 wurde SEQUEL /2 definiert und aus rechtlichen Gründen in SQL umbenannt. Der Prototyp System R wurde 1977 funktionsfähig implementiert und enthielt einen Großteil der Sprache SQL.
Nach den Erfolgen bei den Benutzern von System R beschlossen mehrere Firmen SQL-basierte Datenbanken auf den Markt zu bringen. Das System ORACLE der Firma Relational Software Inc (später in Oracle Corporation umbenannt) kam 1980 vor IBMs SQL/DS (1981) auf den Markt. Die Urversion der noch aktuell verfügbaren SQL-Implementierung DB2 von IBM entstand 1983. INGRES folgte im Jahre 1985, SYBASE 1986. SQL hatte sich innerhalb von 10 Jahren zum de-facto-Standard in der Welt der Datenbanken etabliert.
Das American National Standards Institute (ANSI) beauftragte 1982 die Standardisierung einer relationalen Sprache, die 1986 ratifiziert wurde und zum guten Teil aus dem IBM-Dialekt von SQL bestand. 1987 wurde SQL/86 auch als ISO-Standard akzeptiert. Aktualisierungen und Erweiterungen erfolgten mit SQL/89, SQL/92 und SQL/99.
In den oben vorgestellten Befehlen
Geschichte
Sprachelemente und Beispiele
Die SQL-Befehle lassen sich in 4 Bereiche untergliedern:
Datenabfrage, Datendefinition, Datenmanipulation und RechteverwaltungBefehle zur Datenabfrage: SELECT
Wählt alle Einträge aus der Tabelle Adressen, bei denen in der Spalte Name der Wert Müller steht.
select * from Adressen where Name="Müller"
Zeigt die Spalte Name aus der Tabelle Adressen an. Da die abgefragten Datensätze im Normalfall nicht geordnet werden, muss ein Ordnungsbegriff (hier der Name) ausdrücklich angegeben werden.
select Name from Adressen order by Name
Gibt die Anzahl der Datensätze in der Tabelle Adressen aus. Die Ausgabe besteht lediglich aus einer Zeile und einer Spalte, welche die Überschrift Anzahl_Adressen trägt.select count (*) Anzahl_Adressen from Adressen
Befehle zur Datenmanipulation: INSERT, UPDATE, DELETE
Fügt eine Zeile mit den geg. Werten für die Spalten Name, Vorname und Ort in die Tabelle Adressen hinzu.
insert into Adressen (Name, Vorname, Ort) values ("Schroeder", "Knut", "Köln")
Ändert das Feld Ort aller Einträge mit Namen "Schroeder" auf "Berlin".
update Adressen set Ort="Berlin" where Name="Schroeder"
Löscht alle Einträge aus der Tabelle Adressen
truncate table Adressen
Löscht alle Datensätze aus der Tabelle Adressen mit dem Namen Müller.delete from Adressen where name="Müller"
Befehle zur Datendefinition: CREATE, ALTER, DROP
Erzeugt eine neue Tabelle namens Laender mit den Spalten Kuerzel_ISO und Land_Name, wobei Kuerzel_ISO der Primärschlüssel ist und in keiner der Spalten leere Felder erlaubt sind.
create table Laender (Kuerzel_ISO character (2) primary key, Land_Name varchar2 (50) not null)
Definiert eine neue Spalte namens Kuerzel_Auto in der Tabelle Laender.
alter table Laender add Kuerzel_Auto varchar2 (3)
Löscht die gesamte Tabelle Adressen.
drop table Adressen
Legt einen Index auf die Spalte Name der Tabelle Adressen. der Index bekommt die Bezeichnung idx_Adressen und beschleunigt die Suche nach Datensätzen in der Tabelle Adressen, wenn der Name als Suchkriterium angegeben wird.
create index idx_Adressen on Adressen (Name)
Löscht den Index idx_Adressen.drop index idx_Adressen
SQL-Datentypen
create table und alter table wird bei der Definition jeder Spalte angegeben, welches Datenformat sie unterstützen soll. Dazu liefert SQL eine ganze Reihe standardisierter Datentypen mit. Dies sind die wichtigsten von ihnen:
Ganzzahl (positiv oder negativ)
integer
Ganzzahl (positiv oder negativ) mit maximalnumber (n)
n Stellen
Festkommazahl (positiv oder negativ) mit maximalnumber (n, m)
n Stellen, davon m nach dem Komma
Gleitkommazahl (positiv oder negativ) mit maximalfloat (m)
m Stellen nach dem Komma
Zeichenkette (also Text) mitcharacter (n)
n druckbaren und/oder nicht druckbaren Zeichen
Zeichenkette (also Text) mit maximalvarchar (n), varchar2 (n)
n druckbaren und/oder nicht druckbaren Zeichen. Die Variante varchar2 ist für Oracle spezifisch.
Datum (bei Oracle inklusive Uhrzeit)
date
Boolesche Variable (kann die Werteboolean
true (wahr) oder false (falsch) annehmen). Dieser Datentyp fehlt in Oracle.
Binärdaten von maximalraw (n)
n Bytes Länge
SQL-Datenbanksysteme
Literatur
Obwohl bereits etwas betagt, ist dieses Buch gerade als wissenschaftlich fundierte und trotzdem leicht verständliche Einführung in SQL sehr zu empfehlen.
München: Addison-Wesley Neuaufl. 2003. ISBN 3-8272-2085-8