Geschichte
In vedischer Zeit (ca. 1500-400 v. Chr.) hieß die Insel Lankâ; zur Zeit des indischen Maurya-Reiches unter Ashoka (ca. 3. Jahrhundert v. Chr.) Tâmraparnî; zur Gupta-Zeit (um 400 n. Chr.) und zur Zeit des indischen Großkaisers Harshavardhana (7. Jahrhundert n.
Chr.) Simhala, im Früh- und Hochmittelalter (5.-8. Jahrhundert) auch Taprobane; im Spätmittelalter (13./14. Jahrhundert) Silan und Sarandib. Die Portugiesen, Holländer und Briten nannten die Insel Ceylon, die nach ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1972 in Sri Lanka umbenannt wurde.
- um 240 v. Chr: Der Buddhismus gelangt durch Vermittlung des indischen Maurya-Kaisers Ashoka nach Sri Lanka (damals Tâmraparnî).
- um 300 v. Chr: Erstes buddhistisches Königreich.
- um 150 v. Chr: Erste Tamileneinfälle vom indischen Festland aus.
- 4. Jahrhundert: Durchsetzung der buddhistischen Theravada-Doktrin auf Lanka.
- bis 11. Jahrhundert: Königreiche mit der Hauptstadt Anuradhapura.
- bis 14. Jahrhundert: Königreiche mit der Hauptstadt Polunaruva (Polonnaruwa) und Sigiriya.
- bis 19. Jahrhundert: Königreiche mit der Hauptstadt Kandy.
- 1518: Eroberung durch die Portugiesen.
- 1656: Colombo wird niederländisch.
- 1658: Eroberung durch die Holländer.
- 1796: Beginn der britischen Herrschaft.
- 1803: Ceylon wird britische Kronkolonie.
- 1815: Einnahme des Königreichs Kandy. Der letzte singhalesische König, Wikrama Rajasingha, wird verhaftet und nach Indien verbracht.
- 1818: Ceylon wird vollkommen britisch.
- ab 1840: Durch Zuwanderung südindischer Plantagenarbeiter (Tamilen) nationaler und religiöser Gegensatz zu den einheimischen Singhalesen.
- 1860: Beginn des Anbaus von Teeplantagen.
- 1947 (Juni): Ceylon wird britisches Dominion.
- 1948 (4.2.): Ceylon wird innerhalb des Britischen Commonwealth in die Unabhängigkeit entlassen.
- ab 1970: Zusammenschluss tamilischer Parteien zur Tamil United Liberation Front (TULF). Diese fordert einen eigenen Tamilenstaat (Tamil Eelam) im Norden und Osten der Insel.
- 1972 (22.5): Ceylon wird Republik und gibt sich den Namen Sri Lanka.
- ab 1983: Eskalation der Spannungen zwischen Singhalesen und Tamilen. Die radikalen Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) fordern einen unabhängigen Tamilienstaat im Norden und Osten der Insel.
- 1986: Die LTTE erobern die Jaffna-Halbinsel (Hochburg der Tamilen) und weite Teile der Nordzentral- und der Ostprovinzen (hauptsächliche Siedlungsgebiete der Tamilen).
- 1987 (Juni): Indien entsendet mit UNO-Mandat und unter Zustimmung der Regierung Sri Lankas Friedenstruppen nach Sri Lanka. Die LTTE weist alle Friedensbemühungen von sich, so dass die Kämpfe sich ausweiten.
- 1989-1990: Die indischen Friedenstruppen ziehen ab, ohne dass der Konflikt gelöst wird. Die Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen eskalieren erneut.
- 1995 (Dezember): Die Regierungstruppen Sri Lankas erobern die Jaffna-Halbinsel zurück.
- 1999 (November): Die LTTE lancieren einen Großoffensive im zentralen Norden des Landes.
- 2002 (Februar): Waffenstillstand und Friedensverhandlungen zwischen der srilankischen Regierung und den tamilischen Rebellen.
- 2004 7. Februar: Die Präsidentin Kumaratunga löst das Parlament auf und ordnet Neuwahlen für den 2. April an.