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Kekulé, ein Sohn des berühmten Bonner Chemikers August Kekulé, veröffentlichte 1898 auf der Grundlage der Arbeiten des Spaniers Hieronymus de Sosa von 16761 ein Ahnen-Numerierungssytem, das später nach ihm benannt wurde und noch heute in Gebrauch ist ("Kekulé-Numerierung"). Er gilt als "Altmeister der genealogischen Wissenschaft".
Stephan Kekulé wurde 1863 im belgischen Gent geboren, wo sein Vater zu dieser Zeit Professor war. Die Mutter starb im Kindbett.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bonn und dem Studium der Rechte und der Geschichte in Bonn und Straßburg, schlug Kekulé zunächst eine militärische Laufbahn ein und diente von 1885-1889 als Artillerieoffizer in der preußischen Armee. 1889 verließ er den Militärdienst und schrieb sich erneut als Student an der Berliner Universität ein, an der er bis 1892 blieb. Anschließend trat er in den juristischen Staatsdienst und wurde Referendar am Berliner Kammergericht. Von 1897 bis 1905 vertrat er den Fürsten Georg im schaumburg-lippischen Thronstreit und wurde von diesem zum Kammerherrn ernannt. Seine juristische und genealogische Reputation verhalf ihm in den folgenden Jahren zu einer umfangreichen Gutachtertätigkeit für einige Adelsfamilien. Er wurde schließlich beeidigter Sachverständiger für Fragen der Heraldik beim Berliner Landgericht und Sachverständiger der Kommission des Zeughauses der Staatlichen Museen in Berlin.
Kekulé war Auswärtiges Mitglied der Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Schatzmeister (seit 1894), Sektionschef (1900-1903) für Genealogie und Vorsitzender (1923-1933) des Vereins "Herold", des ältesten deutschen Genealogenvereins (gegr. 1869), erster Schriftführer des Vereins für historische Waffenkunde und seit 1932 Leiter der Abteilung VI (Genealogie und Heraldik) des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine.
Kekulé, der seit 1904 Mitglied einer Berliner Freimaurerloge war, verfasste zahlreiche juristische und genealogische Veröffentlichungen, vor allem in Fachzeitschriften, die sich vornehmlich mit Heraldik und Adelsrecht befaßten.
Werke
Fußnoten
1) Jérôme de Sosa: Noticia de la gran Casa de los Marqueses de Villafranca, 1676