Die Sternzeit ist ein in der Astronomie und Geodäsie verwendetes Zeitmaß, das direkt mit der Erdrotation zusammenhängt. Ihre Basis ist der Sterntag - der wegen des Erdumlaufs um die Sonne um etwa 1/365 (vier Minuten) rascher abläuft als der (bürgerliche) Sonnentag.
Die Sternzeit eines Ortes ist jene Richtung, welche die Meridianebene des Ortes in diesem Moment im Koordinatensystem der Fixsterne hat:
- wie wenn die Lotrichtung des Standorts ein Uhrzeiger wäre.
- Die Sternzeit ist die Rektaszension des Zenits, oder
- die Rektaszension (analog der geografischen Länge) von jenen Sternen, die gerade im Süden stehen.
- Alle Orte auf einem Meridian haben dieselbe Sternzeit.
- Mittels der Sternzeit vereinfachen sich Berechnungen der Astronomie. Sie ergibt sich aus Uhrzeit, Datum und geografischer Länge.
Die Sternzeit Greenwich ist die momentane Stellung des Nullmeridians im Koordinatensystem der Sterne; restliches gilt wie oben.
Die Differenz der Sternzeit zu jener in Greenwich ist direkt die geografische Länge. Ihre Bestimmung ist also entweder eine Ortung oder eine Zeitmessung - je nachdem, ob die Zeit oder die Länge bekannt ist. Auf dieser Art der Zeitmessung beruht unser Zeitsystem - auch wenn es heute mit Atomuhren genauer geht.
Siehe auch: Siderischer Tag, Sterntag, Sternhimmel