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Synästhetiker haben also häufig zu einem Sinnesreiz zwei oder mehrere Wahrnehmungen, sie können beispielsweise Geräusche nicht nur hören sondern auch eine Form und Farbe dazu sehen. Der Ton bekommt zusätzlich zu den üblichen Eigenschaften noch diese weiteren Eigenschaften. Das Bild das dabei entsteht überlagert sich jedoch nur bei den wenigsten Synästhetikern mit dem gesehenen, sondern wird in einem "inneren Auge" sichtbar. Diese Synästhesie ist auch schon länger als "Farbenhören" bekannt.
Viel häufiger als das Farbenhören ist jedoch das sehen von farbigen Buchstaben, Wörtern oder Zahlen, ganz unabhängig von der Farbe mit diese beispielsweise in einem Buch gedruckt werden. Es gibt aber auch viele andere Synästhesien die nicht unbedingt etwas mit den 5 Hauptsinnen zu tun haben müssen, bei Gefühlssynästhetikern erzeugen beispielsweise Sinnesreize Gefühle, oder umgekehrt. Auch abstrakte Begriffe wie das Jahr oder der Charakter einer Person können für einen Synästhetiker beispielsweise eine Form und eine Farbe haben.
Über die Häufigkeit synästhetischer Wahrnehmung gibt es widersprüchliche Angaben. In der Fachliteratur wird mitunter eine Wahrscheinlichkeit von 1 : 2000 bei Erwachsenen genannt. Diese Zahl darf mit Skepsis betrachtet werden, da sich viele Synästhetiker der Besonderheit ihrer Wahrnehmung nicht bewußt sind. Da in letzter Zeit immer mehr darüber in den Medien berichtet wurde sind immer mehr Leute darauf aufmerksam geworden, und inzwischen gehen deswegen manche sogar von einer Quote von 1:500 aus.
Synästhesie ist im deutschsprachigen Raum ein derzeit populärer Forschungsgegenstand, da sie Rückschlüsse auf die Funktionsweise der menschlichen Wahrnehmung zuläßt.
Weblinks
Siehe auch: Synästhetiker, Musikpsychologie, Gesamtkunstwerk, Geruchsorgel