Die Taktart, die das Metrum eines Musikstückes gliedert, wird in Form eines Bruches mit Zähler und Nenner (allerdings ohne Bruchstrich!) geschrieben und steht am Anfang eines Musikstückes nach Schlüssel und Vorzeichen. Eine Änderung der Taktart im Verlaufe eines Musikstückes wird zu Beginn des entsprechenden Taktes nach dem Taktstrich angezeigt.
In allen Taktarten legt der Nenner fest, welcher Notenwert einer Zählzeit bzw. einem Schlag entspricht. Eine "2" legt also fest, dass jeder Schlag einer halben Note entspricht, bei einer "4" ist jede Viertelnote ein Schlag usw...
Der Zähler zeigt die Anzahl der Schläge pro Takt an. Man unterscheidet dabei zwischen
- einfachen Taktarten (Grundtaktarten):
- Das sind diejenigen Taktarten, deren Zähler aus einer 2 oder 3 besteht; zum Beispiel: der 2/4-, der 3/4- oder der 2/2-Takt. Die Taktbetonung liegt jeweils auf der Zählzeit "Eins" jedes Taktes.
- und zusammengesetzten Taktarten
- Das sind diejenigen Taktarten, in denen der Zähler ein Mehrfaches von 2 oder 3 ist; so ist zum Beispiel der 4/4-Takt eine Zusammensetzung aus zwei 2/4-Takten. In derartigen Fällen gibt der Nenner keinen direkten Hinweis auf die betonten Schläge.
Weiter werden unterschieden:
- gerade Taktarten:
- Hier ist der Zähler 2 oder ein Mehrfaches davon.
- ungerade Taktarten:
- Hier ist der Zähler 3 oder ein Mehrfaches davon. (Beachte: Auch ein 6/8-Takt zählt zu den ungeraden Taktarten, da er aus zwei 3/8-Takten zusammengesetzt ist.) Sehr oft werden auch mehrere Notenwerte als Schlag zusammengefasst. Im schnellen 6/8-Takt dauert z.B. ein Schlag eine punktierte Viertelnote = 3 Achtelnoten, und pro Takt gibt es zwei Schläge - 3 + 3 Achtel. Noch schwieriger wird es, wenn ein zusammengesetzter Takt in ungleiche Einheiten aufgeteilt wird, wodurch sich eine komplexere Rhythmik ergibt. Dies ist meist der Fall bei zusammengesetzten Taktarten mit einer ungeraden Zahl im Zähler, z.B. "7/4", welches üblicherweise 2+2+3 betont wird.
Da in der moderneren westlichen Musik der Rhythmus teilweise innerhalb eines Stückes stark variiert, verzichten viele Komponisten dann vollständig auf eine Taktartbezeichnung. - Auch frühe abendländische Musik wurde ohne Taktstriche notiert!
Einige gängige Taktarten in der westlichen Musik:
- 4/4 oder C -- häufigste Taktart: Märsche, Wanderlieder
- 1/1 -- sehr selten, z.B. bei Edward Elgar
- 2/2 oder ¢ -- Märsche ("alla breve" genannt)
- 2/4 -- Polkas oder Märsche
- 3/4 -- Walzer, Menuette und Scherzi
- 6/8 -- Walzer oder Märsche
- 5/4 -- Dave Brubecks "Take Five" und die Originalversionen des Mission: Impossible Themas. In der klassischen Musik der 2. Satz der 6. Symphonie Pathètique von Peter Tschaikowsky, oder "Mars" aus Die Planeten von Gustav Holst. Bei 5/4 werden die Schläge von der Betonung gruppiert wie 3 + 2 oder 2 + 3.
- 7/4 -- bei "Money" von Pink Floyd und "The Unsquare Dance" von Dave Brubeck.
Auch andere Metren wurden und werden verwendet; besonders bemerkenswert ist die Vielfalt ungewöhnlicher Taktarten bei Dave Brubeck.
- Siehe auch: Noten