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Die Taufe ist in allen christlichen Kirchen eine zentrale Handlung, die in den meisten Kirchen auch als Sakrament bezeichnet wird. Sie ist der erste der Initiationsriten. Weitere Initiationshandlungen sind in der katholischen Kirche Erstkommunion und Firmung, in der evangelischen Kirche die Konfirmation. Die Taufe fügt ein in den Leib Christi und gibt Anteil an der Kraft seines Todes und seiner Auferstehung, dem Heiligen Geist (Röm. 6,3ff).
In den meisten christlichen Kirchen ist die Taufe das rechtliche Merkmal der Mitgliedschaft (d.h. man muss getauft sein, um Mitglied einer christlichen Kirche zu sein). Der Getaufte erhält die Rechte und Pflichten eines Gemeindeglieds seines Lebensalters.
Die Taufe in der Bibel
Die Taufe des Johannes
Die erste Taufe, die in der Bibel erwähnt ist, ist die des Johannes, der von daher den Beinamen Täufer erhielt. Sie geschah durch Wasser im Jordan, war mit einem Sündenbekenntnis und innerer Umkehr (Buße) verbunden und hatte die Vergebung der Sünden zum Ziel (Matthäus 3,6, Markus 1,4f, Lukas 3,3ff.). Diese Taufe wurde von der frühen Kirche nicht als christliche Taufe anerkannt (Apostelgeschichte 19,1-7).
Im Johannesevangelium wird berichtet, dass die Jünger von Jesus in Judäa tauften, er selbst jedoch nicht (Johannes 3,22, 4,2).
Durch das Sakrament wird der Täufling Teil der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Taufe wird in der Regel von einem Geistlichen durchgeführt, im Notfall kann (und muss) jeder Laie eine gültige Taufe spenden (Nottaufe).
Bereits im zweiten Jahrhundert gab es jedoch Taufen, wo das Untertauchen nicht möglich war (Kranke, im Gefängnis) und die Taufe durch Besprengen mit Wasser vollzogen wurde.
In der ersten germanischen Bibel, der gotischen Bibel von Wulfila im 4. Jahrhundert, wird baptizein mit daupjan übersetzt, das ebenso wie das griechische Wort "eintauchen" bedeutet und von daher wurde vermutlich auch im Deutschen das Wort Taufe (althochdeutsch toufen) übernommen. Das Englische übersetzt baptizein mit baptize oder "christen", das Schwedische und Isländische kristna (von christianisieren).
Dem Wort daupjan entsprechen altnordisch deypa, altenglisch dyppan, ahd. toufen, die alle in etymologischer Verwandtschaft zu dem Wort "tief" stehen.
siehe auch Weihwasser
Die Taufe Jesu
Alle vier Evangelien schildern, dass Jesus sich von Johannes dem Täufer taufen ließ.Taufe in der Urgemeinde
Das Matthäus-Evangelium endet mit dem Taufbefehl von Jesus (Matthäus 28,18-20):
In der Pfingstpredigt des Petrus ruft er das erste Mal öffentlich zur Taufe auf, die auch hier mit Umkehr und Sündenvergebung verbunden ist, aber auch mit dem Empfang des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2,38):
Paulus vergleicht die Taufe mit Sterben und neuem Leben durch die Auferstehung Jesu (Römer 6,3ff)Durchführung der Taufe
Die Taufe als äußerlich sichtbare Handlung geschieht mit Wasser. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten mit jeweils unterschiedlicher Symbolik: Entweder durch das dreimalige Übergießen mit Wasser für die drei Personen der Dreifaltigkeit, oder durch das vollständige Untertauchen als Symbol für das Sterben des alten Menschen und das Auferstehen in das neue ewige Leben. Gültigkeit der Taufe
Die Gültigkeit einer Taufe hängt bei den meisten Kirchen nicht von der Konfession des Täuflings oder Taufenden ab. Von den meisten Kirchen anerkannt wird eine Taufe die vollzogen ist
Manche Freikirchen (insbesondere Baptisten und Pfingstgemeinden) verlangen zusätzlich, dass der Täufling sich bewusst für die Taufe entschieden hat (Taufe von Jugendlichen oder Erwachsenen).Untertauchen oder Besprengen
Im Urchristentum geschah die Taufe durch Untertauchen, wie sie heute noch in den orthodoxen Kirchen, bei Baptisten und andern Freikirchen durchgeführt wird. In der lateinischen Kirche war das Untertauchen bis etwa zum 12. Jahrhundert üblich, im Mittelalter verbreitete sich das Besprengen anstelle des Untertauchens. Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe
Die Taufpraxis verschiedener Konfessionen wird in Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe unterschieden. Die Säuglingstaufe steht dafür, dass bereits das neugeborene Kind zur Gemeinde Gottes gehört. Die Erwachsenentaufe verdeutlicht dagegen die Entscheidung eines Gläubigen, sich öffentlich zu Gottes Gemeinde zu bekennen. Im Neuen Testament wird von Erwachsenentaufen berichtet. In der Kirchengeschichte etablierte sich dann die Kindstaufe. Erst seit dem 16. Jahrhundert gibt es Konfessionen, die die Erwachsenentaufe favorisieren. Sie wurden damals "Wiedertäufer" (Anabaptisten) genannt. Heute sind es vor allem die Baptisten und Mennoniten.Katholische Tauffeier
In einer katholischen Taufe schließen sich folgende Riten an ([1], [1]): Die Übergabe der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze mit den Worten Empfange das Licht Christi (die Taufe hieß in der Alten Kirche auch griech. phôtismós "Erleuchtung"). Die Salbung mit Chrisam, die auf die Salbung der Könige, Priester und Propheten im Alten Testament und auf den Christus-Namen verweist. Die Überreichung des weißen Kleides als Symbol der Reinheit und Unschuld in Christus (vgl. Weißer Sonntag). Der Effata-Ritus, der die Sinne des Täuflings für Gottes Gebote und seinen/ihren Mund für das Lob Gottes öffnen soll.
Die Überreichung einer Taufkerze ist auch Brauch in der evangelischen Kirche.Taufe durch den Heiligen Geist
Charismatische christliche Kirchen betonen neben der sichtbaren, äußeren Taufhandlung besonders die Taufe durch den Heiligen Geist. Als Beispiel aus dem Neuen Testament sei Pfingsten genannt: Der Heilige Geist verleiht den Aposteln mit der Geistestaufe u.a. die Fähigkeit der Glossolalie, dh. in ihnen unbekannten Sprachen zu reden. Nichtcharismatische Kirchen sehen in der Taufe durch den Heiligen Geist eher eine innere Wandlung als eine nach außen sichtbare Veränderung.Êtymologie
Das griechische Wort für Taufen im Neuen Testament ist baptizein.