|
|
Tertullian wurde in Karthago (im heutigen Tunesien) als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Um 190 wurde er Christ und siedelte nach Rom über. Er studierte die klassischen Fächer (Grammatik, Jus, Rhethorik) und arbeitete als Rechtsanwalt. Viele seiner Schriften lesen sich auch wie ein jurisitisches Plädoyer, entweder für oder wider. Zu seinen Werken zählen viele Streitschriften gegen die Juden, gegen die Gnosis (Valentinianer und Doketisten), gegen Marcionisten, und andere Häresien, aber auch Verteidigungsschriften für das Christentum vor heidnischem Publikum.
Der "heidnischen" Philosophie (vor allem Platon und der Stoa) blieb er -- trotz aller Angriffe im Detail -- im ganzen verpflichtet. In "De pallio" rechtfertigt er seine Gewohnheit, weiterhin den Philosophenmantel zu tragen.
Durch seinen scharfen, glänzenden Stil -- und die Tatsache, dass er war der erste Kirchenvater war, der auf Lateinisch schrieb -- gilt er als der Vater des Kirchenlateins. Er prägte z.B. das Wort trinitas für die Dreifaltigkeit Gottes. Er beeinflusste nachhaltig spätere Kirchenväter, vor allem Cyprianus und Augustinus, die ebenfalls im Gebiet des heutigen Tunesien wirkten, und somit die gesamte westliche Kirche.
Sein asketischer Eifer führte dazu, dass er sich gegen Ende seines Lebens von der orthodoxen katholischen Kirche abwandte und sich der rigorosen und apokalyptischen Sekte der Montanisten anschloss, um 210 sogar lokaler Anführer der Montanisten wurde -- eine Position, die er auch schriftlich vertreten hat. Deshalb wird er in keiner heutigen Christlichen Kirche als Heiliger anerkannt; viele Christen sehen auch seine früheren Schriften als von einem übertriebenen Radikalismus gekennzeichnet an.
In der Orthodoxen Kirche wird Tertullian teilweise als Quelle einer unguten theologischen Tendenz angesehen, die sich in Augustinus fortsetzte und 1054 schließlich zum Bruch zwischen West- und Ostkirche führte.
Fast alles, was wir von seinem Leben wissen, wissen wir von seinen eigenen Schriften.
| Table of contents |
|
2 Zitat 3 Weblinks |
"certum est, quia impossibile" ("Es ist sicher, weil es unmöglich ist.")- Über die Auferstehung. Gemeint ist: Etwas derart jeder Erfahrung spottendes wie die Auferstehung wäre niemals von den ersten Jüngern geglaubt worden, wenn sie es nicht tatsächlich erlebt hätten.
Daraus wurde später der oft zitierte Satz:
"credo quia absurdum" ("Ich glaube, weil es widersinnig ist")
Werke (Auswahl)
Zitat
Weblinks