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Es kombiniert Kunst und Selbsterfahrung mit politischem Probehandeln. Es bietet viele Möglichkeiten der Aktivierung von im Alltag oft unterdrückten oder vernachlässigten sozialen und kommunikativen Ressourcen in der spielerischen, ästhetischen und theatralen Begegnung von Menschen.
Dabei ist der Dialog im Zusammenspiel zwischen der Trainerin/Regisseur und den Teilnehmer/innen zentraler Bestandteil. Nicht der Regisseur bestimmt die Inhalte der Szenen und Theaterstücke, sondern die Teilnehmer/innen setzen die thematischen Schwerpunkte. Befreiung aus Alltagszwängen, Einsicht in eigenes Handeln, Infragestellung von gesellschaftlichen Unterdrückungs-Spielregeln etc. sind wichtige Zielsetzungen in der Arbeit und fließen ein in die Techniken und Formen dieses Theaters.
Das Forumtheater will den passiven Zuschauer aktivieren. Doch Aktivierung versteht sich nicht als Selbstzweck. Wer im Theater sich aus vorgegebenen (Konsum-)Rollen befreit, der ist auch imstande, sich draußen im Alltag in ähnlichen Situationen couragiert zu verhalten.
Von daher kann es gerade in der (sozial-) pädagogischen, sozialtherapeutischen Arbeit Impulse vermitteln, die eine kognitiv orientierte Unterrichtspraxis nicht zu leisten imstande ist.
Im Forumtheater werden durch „Modellszenen“ Fragen aufgeworfen. Zuschauer/innen können sich in die dargestellten Szenen einwechseln und die Schauspieler/innen, die Schwache, Diskriminierte oder Benachteiligte spielen, ersetzen. Hier geht es um die Antworten auf Fragen: was würde ich in der dargestellten gespielten Situation tun? Wie können wir durch unsere Ideen und unser Handeln die Szenen verändern? Forumtheater als (ästhetisches)Training für zukünftiges Handeln in brisanten Konfliktsituationen.
Literatur: Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler SUHRKAMP-TB NF 361, Frankfurt 1979 +1989 (Leicht und anschaulich zu lesen: das Grundwissen, alle Hintergründe des Entstehens, Beispiele von Forum- und Unsichtbarem Theater, ca 11 Euro)
Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche, Kallmeyer 1999 (die neueste umfassendste Zusammenstellung in deutsch, vor allem der psychisch-orientierten Methoden)
Fritz Letsch, Theater macht Politik, Die Methoden des Teotro Oprimido in der Jugend-bildungsarbeit, Werkstattbuch in der Reihe "Gautinger Protokolle", erhältlich im Institut für Jugendarbeit des Bayrischen Jugendrings, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting für Euro 7,50 + Porto & Verpackung
Augusto Boal: Legislative Theater (engl.)1999 (die entwicklung des legislativen theaters in rio und weiterverbreitung)
Reflexionen - Perspektiven: 20 Jahre Theater der Unterdrückten in Deutschland in der Zeitschrift Korrespondenzen der Bundesvereinigung Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS, Karl-Schrader-Str. 6, 10781 Berlin, Heft 34 /1999: (Fachzeitschrift für TheaterpädagogInnen)
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