Thermodynamik

 
zh-cn:热力学

Die Thermodynamik, ein Teilgebiet der Physik mit Anwendung auch in der Chemie, ist das Studium der Energie, deren Umwandlung zwischen verschiedenen Erscheinungsformen und deren Fähigkeit, Arbeit zu leisten. Sie besitzt einen großen Umfang von Themen einschließlich des Wirkungsgrades von Maschinen, Phasenumwandlungen und Zustandsgleichungen. Sie basiert auf den vier Hauptsätzen der Thermodynamik:

Table of contents
1 Nullter Hauptsatz
2 Erster Hauptsatz
3 Zweiter Hauptsatz
4 Dritter Hauptsatz
5 Siehe auch
6 Weblinks

Nullter Hauptsatz

Wenn A sich mit B sowie B sich mit C im thermischen Gleichgewicht befindet, so befindet sich auch A mit C im Gleichgewicht.

Anders formuliert, das Gleichgewicht ist transitiv. Dies erlaubt es, eine neue Zustandsgroesse, die empirische Temperatur einzuführen, so dass zwei Systeme genau dann die gleiche Temperatur haben, wenn sie sich im thermischen Gleichgewicht befinden. Dieses Gesetz wurde erst nach den anderen drei formuliert, obwohl es eine wichtige Basis bildet. Deswegen die seltsame Nummerierung.

Erster Hauptsatz

In einem abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie konstant. In einem offenen System ist die Änderung der Gesamtenergie die Summe aus zugeführter Wärme und an das System geleisteter Arbeit reduziert um die abgeführte Wärme und die vom System geleistete Arbeit. Die einzelnen Energieformen können sich ineinander umwandeln.

Dies ist der Satz der Energieerhaltung. Analog kann man sagen, es gibt kein Perpetuum Mobile erster Art. Zu beachten ist jedoch die aus der Relativitätstheorie folgende Äquivalenz von Masse und Energie: Materie und Antimaterie können sich in Energie umwandeln und umgekehrt.

Zweiter Hauptsatz

In einem abgeschlossenen System nimmt die Entropie nicht ab.

Dieser Satz ist ein Erfahrungssatz, d.h. es ist physikalisch nicht unmöglich dass etwas passiert das den 2. Hauptsatz widerlegt, es ist nur extrem unwahrscheinlich.

Beispiel: Ein am Boden liegender Stein kühlt plötzlich ab und springt in die Luft. Um dies zu erreichen müssten die Atome des Steins, die üblicherweise völlig beliebig um ihre Ruhelage schwingen, alle gleichzeitig nach oben schwingen, was natürlich nicht gänzlich unmöglich ist. Nur sehr unwahrscheinlich.

Die thermodynamische Definition der Entropie beruht auf der Untersuchung reversibler und irreversibler thermodynamischer Prozesse, die das thermodynamische System von einem Anfangs- in einen Endzustand bringen. Während bei einem reversiblen Kreisprozess die Entropie erhalten bleibt, nimmt sie bei einem irreversiblen Prozess (z.B. Reibung) zu. Die Wiederherstellung des (oft 'geordneter' genannten) Anfangszustandes erfordert dann den Einsatz von Energie.

Der Zweite Hauptsatz ist schwer zu verstehen. In der klassischen Mechanik sind alle Vorgänge reversibel (zeitlich umkehrbar). Dagegen findet die Thermodynamik irreversible (zeitlich unumkehrbare) Vorgänge, obwohl die zugrundeliegenden Einzelvorgänge (etwa die Bewegungen der Teilchen eines Idealen Gases) reversibel sind.
Dieser (scheinbare) Widerspruch zwischen Klassischer Mechanik und Thermodynamik wird in der Statistischen Mechanik durch eine Betrachtung der mikroskopischen Zustände weitergehend analysiert. Auch die Verknüpfung von Entropie als einem Maß der Ordnung oder Unordnung eines Systems wird in der Statistischen Mechanik hergestellt.

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik hat tiefe philosophische Diskussionen hervorgebracht, weil er die in allen mikroskopischen Systemen bestehende Zeitsymmetrie (die Vergangenheit verhält sich wie die Zukunft) bricht und eine Zeitachse auszeichnet. Teilweise wird versucht, das Wesen der Zeit mit dem Zweiten Hauptsatz zu verstehen.

Schlussfolgerungen

Es sind viele Schlussfolgerungen möglich. Einige davon:
  1. Alle natürlichen Prozesse sind irreversibel.
  2. Alle Prozesse mit Reibung sind irreversibel.
  3. Wärme kann nie von selbst von einem Körper niedriger Temperatur auf einen Körper höherer Temperatur übergehen. Es ist dazu Energie von außen notwendig (z. B. Kühlschrank, Wärmepumpe).
  4. Wärme lässt sich nicht komplett in andere Energieformen umwandeln.
  5. Das Gleichgewicht isolierter thermodynamischer Systeme ist durch ein Maximalprinzip der Entropie ausgezeichnet.
  6. Die Entropie im Universum strebt einem Maximum zu.

Dritter Hauptsatz

(
Nernst`scher Wärmesatz) Am absoluten Nullpunkt der Temperatur ist die Entropie eines perfekten Kristalls gleich Null.

Dies ist ein unscheinbarer, aber wichtiger Baustein. Der perfekte Kristall ist nötig, da zum Beispiel ein Glas durch die chaotische Anordnung der Atome eine gewisse Entropie auch am absoluten Nullpunkt behält.

Mit diesem Satz von Axiomen kann die ganze klassische Thermodynamik aufgebaut werden. Einen alternativen Zugang zur Thermodynamik liefert die Statistische Mechanik, die thermodynamische Eigenschaften aus Verhalten einer großen Anzahl von Teilchen (z.B. Gasmoleküle, Atome im Festkörper) zu bestimmen sucht.

In der Chemie und Biologie ist die Thermodynamik ebenfalls von Bedeutung. Sie kann erklären, warum bestimmte Reaktionen freiwillig ablaufen und andere nicht. Insbesondere kann durch den Begriff der Entropie erklärt werden, warum manche Reaktionen freiwillig ablaufen, die Energie benötigen.

Siehe auch

Weblinks