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Totalitäre Staaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie starken Einfluss auf alle Lebensbereiche der Bürger nehmen und versuchen, auch auf die Gedanken dieser Einfluss zu nehmen. Der Totalitarismus lässt keine anderen Sichtweisen und Meinungen zu und versucht diese unter allen Umständen zu bekämpfen. Totalitäre Staaten erkennt man auch daran, dass bereits in Schulen und Vorschulen versucht wird, das Denken zukünftiger Generationen zu beeinflussen. Außerdem wird in totalitären Systemen oft Staatsterror gebraucht, um die Bürger einzuschüchtern - also unvorhersehbare und teilweise willkürliche Gewaltanwedung durch Organe wie Polizei oder Militär. Zusätzlich bildet sich im Totalitarismus oft ein Überwachungsstaat aus - bekanntestes Beispiel ist wohl die DDR, in der das Ministerium für Staatssicherheit zahlreiche Bürger beobachten ließ.
Dass ein System totalitär ist, besagt nur, dass es absoluten Machtanspruch hat, nicht aber, wie dieser begründet wird oder wo im politischen Spektrum das System einzuordnen ist. So gab es sowohl faschistische Regierungen wie das nationalsozialistische Regime in Deutschland als auch sozialistische Länder wie die UdSSR oder die DDR, die in ihrem Auftreten totalitär waren.
Der Begriff sagt ebenfalls nichts darüber aus, in welchen Bereichen sich der totale Anspruch zeigt und in welcher Stärke. Die Zahlen der Todesopfer des Nazi-Regimes und die der DDR (z.B. die Toten an der Grenze zur BRD) liegen z.B. um einige Zehnerpotenzen auseinander. Kritiker der Totalitarismus-Theorie werfen ihr daher vor, die Verbrechen des Faschismus zu verharmlosen.
Totalitäre Staaten gab es schon in der Antike, die besten Beispiele hierfür sind das alte Assyrien und der griechische Stadtstaat Sparta. Der Totalitarismus gehört also genauso zum alten Erbe Europas wie die Demokratie, und ist keineswegs ein modernes, noch, wie heute gerne behauptet wird, ein orientalisches Phänomen.
Literatur
Siehe auch Totalitäre religiöse Gruppe.