Troja

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Historische Karte von Troja
aus Meyers Konversationslexikon 1888
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Troja, auch Troia oder Ilion oder Ilios (bei Homer) genannt, historische Stadt in der Landschaft Troas im Nordwesten Kleinasiens. Troja wurde der Legende nach von den Griechen belagert und schließlich erobert (siehe: Trojanisches Pferd). Abschnitte dieses trojanischen Kriegs schildert Homer in der Ilias. Während Troja lange Zeit als bloße Sage galt, entdeckte der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann 1870 die Ruinen der Stadt.

Schliemanns spektakulärster Fund war der "Schatz des Priamos" (Schliemanns eigene Bezeichnung), der lange Zeit im Antikenmuseum in Berlin aufbewahrt wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg in die UdSSR gebracht wurde.

Wie weitere Ausgrabungen ergaben, war Troja von der Bronzezeit (ca. 4000 v.Chr.) bis ins byzantinische Reich im 4. Jahrhundert besiedelt.

Bis heute wurden mehr als 9 Siedlungsschichten entdeckt (Troia I - Troia IX). Die 6. Siedlungsschicht (Troia VI) gilt als das Homerische Troja. Es gibt Indizien dafür, dass die Erzählungen um den trojanischen Krieg zumindest einen historischen Kern haben. Troja war wahrscheinlich mit einer in hethitischen Quellen genannten Stadt Wilusa (= (W)Ilios) identisch, aber archäologische Belege für die Authentizität der von Homer geschilderten Ereignisse fehlen. Ein 1995 entdecktes Bronzesiegel mit luwischen Inschriften belegt die Nähe Trojas zum hethitisch-luwischen Kulturkreis.

Der Geoarchäologe Eberhard Zangger entwickelte in seinem 1992 erschienenen Buch „Atlantis - Eine Legende wird entziffert“ die Hypothese, das sagenhafte Atlantis, das in der Beschreibung des Philosophen Platon archäologisch nachweisbare Merkmale des historischen Troja aufweist, sei das durch die Griechen vernichtete Troja gewesen. Anhand geoarchäologischer Befunde zeigt er am Beispiel Mykenes, dass der in der Ilias und der Odyssee überlieferte trojanische Krieg und die bei Platon beschriebenen Naturkatastrophen den Untergang des heroischen Zeitalters um 1.200 vor Christus einleiteten.

Literatur

Weblinks