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Tulln ist eine der ältesten Städte Österreichs. Schon in vorrömischer Zeit besiedelt, wurde es in der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Chr. das römische Reiterkastell Comagena, bzw. Comagenis, auch Stützpunkt der römischen Donauflotille. In den letzten Jahren der Römerherrschaft wird von einem Besuch des hl. Severin und der wunderbaren Rettung der Stadt vor den Barbaren berichtet.
Nach dem Nibelungenlied empfing in Tulln der Hunnenkönig Etzel Siegfrieds Witwe Kriemhilde. Noch am Ende des 8. Jahrhunderts als Stadt (Comagenis civitas) genannt, wird sie 859 erstmalig mit dem Namen Tullina urkundlich erwähnt. In der Karolingerzeit Gerichtsstätte und Sitz eines Grafen, erlangt Tulln in der Zeit der Babenberger Marktgrafen als Residenz und Donauhandelsplatz große Bedeutung, sodass sie als eine Hauptstadt des Landes bezeichnet wurde. Diese Stellung verliert Tulln durch den Aufschwung Wiens und eine Reihe schwerer Belastungen (Andringen der Donau, Verlagerung der Handelswege, große Brände kriegerische Dragsale, Türkeneinfälle, 30-jähriger Krieg, Franzoseninvasion). 1683 steht Tulln im Blickpunkt der europäischen Geschichte als Sammelplatz des Entsatzheeres zur Befreiung Wiens von den Türken.
Neuer Aufschung setzte mit dem 19. Jahrhundert (Donaubrücke, Bau der Franz Josefs-Bahn, Bezirkshauptmannschaft) und im 20. Jahrhundert (Schulen, Industrie) ein.
Heute besitzt Tulln landeshauptstädtische Funktionen für Agrarwesen, Messewesen, Rotes Kreuz, Feuerwesen, Zivil- und Katastrophenschutz, ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Bezirkes und durch die leichte Erreichbarkeit, sowohl mit den öffentlichen als auch mit den privaten Verkehrsmitteln, auch ein bedeutender Verkehrsknoten in Niederösterreich (zwei Donaubrücken, Bundesstraßen, Eisenbahn, Schiffsanlegestelle, Yachthafen, Militärflughafen). Weiters ist Tulln eine bedeutende Geschäftsstadt, insbesondere für Bekleidung, Rosen- und Messestadt (Int. Gartenbaumesse, Boot Tulln, usw.), eine Schulstadt mit mehreren höheren Schulen. 1994 wurde das Interuniversitäre Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie, kurz IFA, eröffnet. Mittlerweile hat die Fachhochschule Wiener Neustadt mit dem IFA den neuen Studiengang "Biotechnische Verfahren" entwickelt und somit Tulln zum Universitätsstandort gemacht.
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