Ulrike von Levetzow
Goethe verliebte sich während eines längeren Kuraufenthaltes im mondänen Marienbad in die erst Neunzehnjährige. Zum letzten Mal in seinem Leben verspürte er "eine große Leidenschaft". Auslöser dafür war mit einiger Gewissheit auch sein Wunsch, die starken Affekte seiner Jugend wieder zu erlangen. Goethe setzte sich zeitlebens nicht wirklich mit Endlichkeit und Tod auseinander, die Sterblichkeit des Menschen - und damit auch seine eigene - wurden von ihm verdrängt. Dies zeigt sich besonders plakativ darin, dass er selbst den Tod ihm nahestehender Personen schlicht nicht zur Kenntnis nahm. Somit läßt sich das Ansinnen, als über 70-Jähriger mit einer fast noch Jugendlichen eine Liebesbeziehung einzugehen, als Versuch der Flucht vor Alter und Tod deuten. Goethe ging sogar soweit, Ulrike von Levetzow die Ehe anzutragen, worauf diese allerdings nicht einging. In seinen "Marienbader Elegien" verarbeitete der Dichter diese Niederlage.
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