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Ein Urinal, auch Pissoir genannt, ist eine Vorrichtung in einer Toilette zum Urinieren.
Das klassische Urinal war eine einfache Rinne mit Ablauf, moderne Urinale werden meist aus Porzellan gefertigt und sind so ausgeformt, dass das Urin möglichst spritzfrei aufgenommen wird.
Hauptsächlich findet man Urinale in öffentlichen Herrentoiletten. Die meisten Urinale weisen eine Wasserspülung auf, die mit einem handbetätigten Spülventil oder über automatische Sensoren betätigt wird. Bei manchen Urinalen wird einfach in regelmäßigen Zeitabständen automatisch gespült.
Zwischen zwei Urinalen kann noch ein Sichtschutz angebracht sein. Dieser soll die Sicht auf die Intimsphäre des Nachbarn verhindern. Meist sind zur einfacheren Reinigung WC-Steine und ein Auffanggitter für Zigarettenkippen etc. im Urinal vorhanden. Manchmal ist auch ein Urinal in der Toilette in etwas niedrigerer Höhe angebracht, um kleineren Menschen die Nutzung zu ermöglichen.
Da beim Urinieren der Körper keinen Kontakt mit dem Urinal hat, handelt es sich bei der Benutzung des Urinals um einen hygienisch unproblematischen Vorgang. Aus diesem Grund wird auch an Urinalen für Frauen entwickelt. Diese Ausführung hat sich aber noch nicht durchgesetzt.
Furore machte ein Urinal 1917 in der Kunstgeschichte, und zwar im Rahmen der von Marcel Duchamp erfundenen Ready-mades - einer Kunstform, bei der vorgefundene, simple, meist von der Industrie als Massenprodukt hergestellte Alltagsgegenstände wegen ihrer mehr oder weniger interessanten Form zu Kunstobjekten erklärt wurden. Neben einem Fahrrad-Rad, das Duchamp auf einem Küchenschemel festmontierte, oder einem Gestell zum Trocknen von Flaschen war es vor allem das zur Kunst erklärte und vom Künstler "Fontaine" betitelte Urinal, das einhellige Empörung hervorrief, als es 1917 der Jury der Ausstellung der Independents in New York, der Duchamp ironischerweise selbst angehörte, als Kunstobjekt präsentiert wurde. Duchamp hatte das Urinal unter dem Pseudonym "R. Mutt" eingereicht und argumentierte als Jurymitglied für den Kunstwert des Objektes. Duchamp und der Kunstsammler Walter Arensberg, der in die bewusste Provokation eingeweiht worden war, traten unter gespieltem Protest vom Vorstand der Kunstjury zurück, als deutlich wurde, dass die Mehrheit der Jurymitglieder sich nicht für das Urinal erwärmen konnte und es ausjurierte. Eine Woche später wurde das Urinal dann doch in der Galerie von Alfred Stieglitz gezeigt, ehe es später auf dem Müll landete. Das heute im San Francisco Museum of Modern Art gezeigte Urinal ist also nicht das Originalobjekt von Duchamp, sondern eine spätere "Kopie".
Siehe auch: Fäkalkeime, Urinstein
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