Varianzanalyse

Die Varianzanalyse ist ein statistisches Verfahren, das versucht, die Varianz einer metrischen Variablen durch eine oder mehrere kategoriale (d.h. nominalskalierte oder ordinalskalierte) Variablen zu erklären. Das Verfahren untersucht, ob (und gegebenenfalls wie) sich der Erwartungswert einer metrischen Zufallsvariablen in verschiedenen Gruppen unterscheidet. Der Name des Verfahrens geht darauf zurück, dass in Prüfgrößen des Verfahrens getestet wird, ob die Varianz zwischen den Gruppen größer ist als die Varianz innerhalb der Gruppen.

Table of contents
1 Begriffe
2 Einfaktorielle Varianzanalyse
3 Zweifaktorielle Varianzanalyse
4 mehr als zwei Faktoren
5 Beispiele für Anwendungsgebiete
6 Literatur

Begriffe

Die metrische Variable, deren Wert durch die kategorialen Variablen erklärt werden soll, heißt Die kategorialen Variablen heißen

Einfaktorielle Varianzanalyse

Bei der einfaktoriellen Varianzanalyse enthält das Modell nur einen Faktor (der dann beliebig viele Faktorstufen haben kann). Das Modell in Effektdarstellung lautet:

Yij: Zielvariable; Annahmegemäß in den Gruppen normalverteilt
I:  Anzahl der Faktorstufen des betrachteten Faktors
ni: Stichprobenumfänge für die einzelnen Faktorstufen
μ: Mittelwert der Gesamtstichprobe
αi: Effekt der i-ten Faktorstufe
εij: Störvariablen, unahbhängig und Normalverteilt mit Erwartungswert 0 und gleicher Varianz.

Zweifaktorielle Varianzanalyse

Die zweifaktorielle Varianzanalyse berücksichtigt zur Erklärung der Zielvariablen zwei Faktoren (Faktor A und Faktor B). Das Modell (für den Fall mit festen Effekten)in Effektdarstellung lautet:

Yijk: Zielvariable; Annahmegemäß in den Gruppen normalverteilt
I: Anzahl der Faktorstufen des ersten Faktors (A)
J: Anzahl der Faktorstufen des zweiten Faktors (B)
K: Anzahl der Beobachtungen pro Faktorstufe (hier für alle Kombinationen von Faktorstufen gleich)
αi: Effekt der i-ten Faktorstufe des Faktors A
βj: Effekt der j-ten Faktorstufe des Faktors B
&(αβ)ij: Interaktion (Wechselwirkung) der Faktoren auf der Faktorstufenkombination (i,j). Dies beschreibt einen besonderen Effekt, der nur auftritt, wenn die Faktorstufenkombination (i,j) vorliegt.
εijk: Störvariablen, unahbhängig und Normalverteilt mit 

mehr als zwei Faktoren

auch mehrere Faktoren sind möglich. Allerdings steigt der Datenbedarf für eine Schätzung der Modellparameter mit der Anzahl der Faktoren stark an. Auch die Darstellungen des Modells (z.B. in Tabellen) werden mit zunehmender Anzahl der Faktoren unübersichtlicher.

Beispiele für Anwendungsgebiete

Beispiele für Anwendungsgebiete (nicht vollständig) der Varianzanalyse sind:

Landwirtschaft

Hier wird die Varianzanalyse beispielsweise eingesetzt, um den Einfluss von Düngemitteln auf den Ertrag von Anbauflächen zu untersuchen.

Medizin

Ein Einsatzgebiet ist die Untersuchung der Wirksamkeit von neuen Medikamenten (im Vergleich zu einem Placebo)

Literatur

[Fahrmeir et.al. 1996] Fahrmeir, L.; Hamerle, A.; Tutz, G. (Hrsg): Multivariate statistische Verfahren; 2., überarbeitete Auflage Berlin, New York; Walter de Gruyter 1996

[Fahrmeir et.al. 1999] Fahrmeir, L.; Künstler, R.; Pigeot, I.; Tutz, G.: Statistik; Der Weg zur Datenanalyse; Berlin, Heidelberg, New York; Springer 1999



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