Ein Volk ist soziologisch betrachtet eine Gruppe von Menschen, die eine Einheit bilden auf Grund von:
- einer gemeinsamen Herkunft und Geschichte
- gemeinsamen Traditionen und Bräuchen
- relative Homogenität durch Heirat untereinander
- Sie sprechen meistens, bis auf einige wenige Ausnahmen, eine gemeinsame (nicht zwangsläufig "eigene") Sprache: Liste von Sprachen, Sprachfamilien
- Sie bewohnen häufig (aber nicht immer) ein klar abgegrenztes Gebiet oder stammen von einem solchen
- die Mitglieder identifizieren sich als Angehörige dieses Volkes
Die Abgrenzung zum Volksstamm (einer Untereinheit eines Volkes) ist fließend. Ebenso fließend ist aber die Abgrenzung einzelner Völker untereinander. Denn an (konstruierbaren) klaren Grenzen einzelner Völker kommt es zwangsläufig zu Austauschprozessen genetischer, sprachlicher, religiöser und kultureller Art.
Im Unterschied zum Volk schließt eine Nation die Menschen auf Grund politischer Aktionen zusammen. Immer wieder wurde und wird dabei versucht, einzelne Völker in Nationen zu fassen. Dieser Versuch muss zwangsläufig scheitern, da sich ein Volk - wie oben ausgeführt - einer klaren Grenzziehung widersetzt. Nationalstaaten, die sich primär als Staat eines Volkes verstehen, werden daher in aller Regel von inneren Unruhen heimgesucht.
Die Wissenschaft, die sich mit Völkern beschäftigt, ist die Ethnologie.
- siehe auch: Vielvölkerstaat, Minderheiten, Soziologie, Liste von Völkern