Wald

Dieser Artikel befasst sich mit dem Ökosystem Wald. Andere Bedeutungen unter Wald (Begriffsklärung)
Der Wald ist ein Ökosystem, in dem Bäume das beherrschende Element darstellen.

Weltweit treten Wälder als Vegetationsformation natürlicherweise in Gebieten mit einer (je nach Temperatur) bestimmten minimalen Niederschlagsmenge auf. Fällt noch weniger Niederschlag, geht der Wald in eine Savanne oder Steppe über. Das gleiche gilt für Höhenlagen, die je nach den örtlichen Gegebenheiten ab einer bestimmten Höhe eine natürliche Waldgrenze aufweisen, oberhalb derer kein Wald mehr wachsen kann. Daneben spielen bestimmte Tiere, z.B. Elefanten eine wichtige Rolle, da sie dafur sorgen, das z.B Feuchtsawannen als offene Landschaften erhalten bleiben.

Innerhalb der thermischen Zonen (tropisch, meridional/austral, nemoral, boreal, arktisch/antarktisch) bilden sich je nach Humiditätsgrad (humid, semihumid, semiarid, arid) und Jahreszeit der Niederschläge verschiedene Waldformationen bzw. Steppen, Halbwüsten, Wüsten und Tundren bzw. Hochgebirgsvegetationen aus.

Die ausgedehntesten Waldgebiete der Erde sind die tropischen Regenwälder um den Äquator und die borealen Wälder der kalten bis gemäßigten Gebiete der Nordhalbkugel (Sibirien, Kanada).

Die Waldfläche in Deutschland beträgt ca. 30%, das sind ungefähr 10,7 Mio. Hektar. Dieser vergleichsweise hohe Waldanteil ist den Aufforstungsbemühungen hauptsächlich des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Im Vergleich dazu sind 25% der Siedlungsfläche zuzurechnen, davon sind 50% vollständig versiegelt (täglich um 129 ha zunehmend). Schottland wurde ebenfalls in früherer Zeit fast völlig entwaldet, jedoch wurden dort kaum Anstrengungen unternommen den so genannten Kaledonischen Wald, der heute nur noch in kümmerlichen Resten existiert, wiederauzuforsten.

Deutschland ist damit dennoch wieder eines der waldreichsten Länder in der EU. Dies gelang u.a. durch die Entwicklung der Forstwirtschaft. (Siehe Geschichte des deutschen Waldes).

Table of contents
1 Waldformen
2 Ökonomie oder Ökologie?
3 Diskussion
4 Weblinks

Waldformen

Nicht nach den Pflanzengesellschaften oder dem vorherrschenden Klima, sondern danach, ob der Wald wirtschaftlich genutzt wird oder nicht, kann man den Wald unterscheiden in nicht genutzen Urwald, der sich widerum unterscheiden läßt in: und die bewirtschafteten Forsten. Diese lassen sich wiederum in verschieden Formen der Bewirtschaftung einteilen, obwohl, aufgrund der Forstwirtschaft des 19.Jahrhunderts, die meisten Menschen nur noch Hochwälder vor Augen haben: Durch "historischen Waldnutzungsformen" wie Waldweide und Streunutzung kam es zu sehr negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Böden.

Ökonomie oder Ökologie?

Zu hohe Wilddichte schadet dem Wald nicht nur als Wirtschaftsgut, behaupten traditionelle Forstwirtschaftler und konservative Jäger.

Hirsche, Rehe und Hasen verbeißen den Jungwuchs, so dass man umzäunen muss, damit neue Bäume in großer Zahl und geradem Wuchs heranwachsen können (seien es gepflanzte oder die Etablierung der Naturverjüngung). Nicht nur in Fichten-Reinbeständen schälen Rot-, Sika- und Dam-Hirsche die Rinde - gerade Baumarten, die nicht standorttypisch oder(!) selten sind, werden als "Spezialität" besonders stark verbissen. Baumschulpflanzen, die in den Baumschulen zur Wuchsbeschleunigung gedüngt wurden, ziehen die Wildtiere besonders stark an.

Ob dieser Wildverbiß ökologisch schädlich ist oder nicht, ist umstritten. Die so genannte Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass erst durch Wildverbiss duch große Pflanzenfresser (Megaherbivoren) eine mosaikartige Landschaft entsteht, die eine hohe Artenvielfalt ermöglicht. Die Megaherbivorentheorie geht davon aus, dass die in Mitteleuropa ausgestorbenen Megacarnivoren, also große Fleischfresser die Anzahl der Pfanzenfresser auf einem Niveau halten würden, dass es weder zur totalen Waldvernichtung, noch zu eintönigen Buchenwäldern kommen würde, sondern die Wälder einem stetigen Kreislauf aus entstehen, wachsen, altern und absterben unterworfen wären. Letztes Stadium vor dem langsamen Auflichten, bevor der Wald dann langsam wieder verschwindet, wäre der artenreiche Hutewald.

Zu den Megaherbivoren fehlen in unserer Kulturlandschaft bisher noch die Megacarnivoren (die im Gegensatz zu ihren Beutetieren wesentlich höhere Ansprüche stellen). Erfolge diese wieder anzusiedeln gibt es aber bereits. Vor allem der Luchs, aber auch der Wolf (in Sachsen) und der Braunbär (in Österreich) sind bereits wieder Teil unserer Waldfauna.

Über die Dichte von Megaherbivoren in früheren Ziten gibt es fast keine Daten, lediglich Vermutungen. Forstwirtschaftlich wie ökologisch vorteilhafte, dauerwaldartige Strukturen sind ohne scharfe Bejagung der Megaherbivoren nach Meinung traditioneller Jägdverbände nicht zu etablieren. Je höher die Schalenwilddichte (von Wildschweinen abgesehen), desto ärmer ist die Waldflora - was reine Trophäenjäger nicht interessiert. Oft hat selbst die Fichte, die auf den meisten Standorten, auf denen sie heute nach künstlicher Ansiedelung wächst, Probleme sich zu verjüngen.

Der sehr wertvollen und früher häufige Wachholder gagegen wurde zum Beispiel durch die "natürliche" Waldwirschaft der Forstwirtschaftler und Jagdverbände fast ausgerottet. Fraglich ist dabei der Bezugszeitraum: als Lichtbaumart geringer Wuchspotenz kann sie sich nur auf Magerstandorten "durchsetzen", die sogar die Waldkiefer vor Probleme stellt. Diese Standorte enstanden im nenneswerten Umfang erst durch Zerstörung von Wald und Boden durch den Menschen - häufig viele Jahrhunderte vor Entwicklung der Forstwirtschaft.

Hutewälder sind eine historische, landwirtschaftliche Form der Waldnutzung. Nach traditioneller Meinung sei das dem "Wald" wenig förderlich. Bis in die achtziger Jahre war man einhellig der Meinung, dass der relativ artenarme Buchenwald die potenziell natürliche Vegetationsform im überwiegenden Teil Mitteleuropas sei. Seitden haben aber andere Meinungen zunehmend an Boden gewonnen. Vor allem praktische Versuche, zum Beispiel im niederländischen Naturentwicklungsgebiet Oostvaardersplassen, aber auch in von Naturschutzverbänden betreuten Hutewaldprojekten kommen zu völlig anderen Ergebnissen.

Siehe auch: Bekannte Wälder in Deutschland, Waldsterben, Waldbrand

Diskussion

Da hier einige Sichtweisen aufeinanderprallen, im Artikel selbst aber nicht diskutiert werden sollte, sei ausdrücklich auf die Diskussion:Wald verwiesen.

Weblinks





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