Waldzustand 1800

In der Zeit zwischen 1750 und 1850 befand sich der Wald in Deutschland im schlechtesten Zustand:

1765: "woher nehmen wir das Holz?"
1780: Grafschaft Lingen 3.000ha Wald gegenüber 16.000ha Wanderdünen
1787: die Lüneburger Heide wird mit der Wüste Gobi verglichen
1806: alle Hügel des Landkreises Olpe entwaldet
1814: 30% des Staatswaldes im Schwarzwald sind kahl
1826: 40% von Spessart/Odenwald produktionslos
1840: Vulkaneifel zu nur 30% bewaldet, 40% Ödland

Was damals als Wald kartiert wurde, entspricht nicht dem heutigen Bild. Von den oben aufgeführten, damaligen 3.000ha Wald der Grafschaft Lingen wurden nur 40ha als Hochwald bezeichnet, die restlichen 2.960ha als Gestrüpp.

In "Waldökologie" (Otto, Hans-Jürgen; UTB 1994) ist nachzulesen, dass die historische forstliche Literatur Norddeutschlands von Sandstürmen berichtet, die die Sonne verdunkelten. Celle war einstmals von Wanderdünen bedroht. Bei Heideaufforstungen mussten die Pflänzchen durch kleine Wälle geschützt werden, um nicht durch Treibsand verschüttet zu werden. Auf Tausenden von Hektaren heute wiederbewaldeter Flächen weist die forstliche Standortkartierung Dünen und Flugsanddecken aus.

Holz wurde zudem nicht nur als Werk- und Baustoff, sondern vor allem auch als Energieträger benötigt. Der Raubbau der vorherigen Jahrhunderte führte zu einer jahrzehntelang währenden Holznot.

Sowohl die Fläche als auch der auf der Fläche stockende Vorrat des Waldes hat sich seither stetig vergrößert. Eine Ausnahme besteht in einem Einbruch des Vorrats durch Übernutzung während des 2. Weltkriegs sowie in der Folge durch umfangreiche Reparationshiebe.

Neben der Entwicklung der Forstwirtschaft führte die Entdeckung der Kohle als Energieträger sowie die Erfindung des Kunstdüngers zur Erholung des Waldzustandes - bis zum Einsetzen des Waldsterbens.

Siehe auch: Geschichte des deutschen Waldes



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