Walfang

Walfang ist die Jagd auf Wale, meist von Schiffen aus. Ziel ist dabei vor allem die Gewinnung von Fleisch sowie von Tran, der als Brennstoff dient. Außerdem meinen einige Fischer, die Wale müssten dezimiert werden, da diese keine natürlichen Feinde hätten und deshalb andernfalls das Ökosystem zu destabilisieren drohten.

Table of contents
1 Geschichte des Walfangs
2 Walfang heute
3 Walfang als Motiv in der Literatur
4 Literatur
5 Weblinks

Geschichte des Walfangs

Wie Höhlenmalereien in Skandinavien belegen, wurde dort schon vor tausenden Jahren Jagd auf Wale gemacht. Auch die Inuit jagen traditionell Wale, etwa mit aus Kajaks abgeworfenen Speeren.

Im 12. Jahrhundert bejagten die Basken intensiv Wale wie den Nordkaper, der daraufhin in ihrer Region ausstarb.

Der Pottwal wurde wegen des in seinem Kopf enthaltenen Walrats sowie des seltenen Ambras im 19. Jahrhundert besonders stark und vor allem von amerikanischen Walfängern aus Nantucket gejagt und im Bestand erheblich dezimiert.

Einen Aufschwung erhielt der Walfang 1863, als die Erfindung des Dampfschiffs sowie der Explosionsharpune es möglich machten, Wale auch in der Arktis zu jagen. Explosionsharpunen haben einen Sprengkopf, der nach dem Eindringen in den Wal explodiert.

In den 1930er Jahren wurde erkannt, dass der Walbestand durch die starke Bejagung gefährdet war. Der Völkerbund beschloss 1931 ein Abkommen zur Begrenzung des Walfangs, das 1935 in Kraft trat. Allerdings war dieses Abkommen kaum effektiv, da bedeutende Walfangnationen wie Norwegen und Großbritannien keine Mitglieder des Völkerbundes waren.

Walfang heute

1986 beschloss die IWC (Internationale Walfang-Kommision) das Walfang-Moratorium, das den Walfang zu kommerziellen Zwecken untersagte. Es sollte zunächst bis 1990 gelten, wurde aber verlängert und gilt noch heute.

In Japan werden zu wissenschaftlichen Zwecken Wale gejagt und getötet; umstritten ist dies vor allem deshalb, weil das Walfleisch anschließend auf den Markt kommt. Japan wird deshalb vorgeworfen, die wissenschaftliche Arbeit als Vorwand zu benutzen, um das Moratorium zu umgehen. Wahrscheinlich deswegen hat Japan besondere Berühmtheit als »Walfangnation« erlangt, obwohl zahlreiche andere Länder mit Genehmigung der IWC in ähnlichem Ausmaß Wale jagen.

Auch in Island wurde 2003 begonnen, Wale zu wissenschaftlichen Zwecken zu jagen und das Fleisch zu verkaufen. Naturschützer protestieren ebenso dagegen wie die lokale Tourismus-Industrie, die befürchtet, dass die Wale scheuer würden und "Whale Watching" - Walbeobachtung von Schiffen aus - dann nicht mehr möglich wäre.

Walfang als Motiv in der Literatur

Eine spannende Geschichte um den Walfang erzählt Hammond Innes in The White South (1949, dt. von Arno Schmidt unter dem Titel Der weiße Süden).

Bibliographische Liste

Literatur

Weblinks

http://www.cetacea.de/links/cons.htm - Kommentierte Linksammlung zum Walschutz





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