Warschau

nds:Warschau

Warschau (poln. Warszawa, ausgesprochen etwa wie "Warschawa") ist die Hauptstadt Polens und eines der politischen, wirtschaftlichen und Verkehrs-Zentren Mitteleuropas. Warschau liegt an der Weichsel in der Woiwodschaft (=Provinz) Masowien und hat 1,7 Mio. Einwohner (mit Agglomeration ca. 2,9 Mio.).

Geschichte

1241 wurde Warschau das erste Mal erwähnt. Ab 1596 wurde es Hauptstadt des Königreiches Polen-Litauen, weil es zentraler lag, als Krakau, das bis dahin Hauptstadt war.

Im 30jährigen Krieg wurde Warschau von den Schweden zerstört. Nach der 3. Teilung Polens (1795) wurde Warschau von Preußen besetzt. Sie wurde zum Sitz von der neuen Provinz "Suedpreussen" (die Warschau, Posen und Kalisz umfasste). In napoleonischer Zeit war Warschau Sitz eines gleichnamigen Herzogtums, bevor es 1815 Hauptstadt des russischen Satellitenstaates Kongresspolen wurde (welches immer mehr zu einem Gouvernement Russlands wurde). {| align="right" |----- align="center" |
Historische Karte von Warschau
aus Meyers Konversationslexikon 1888
Bild vergrößern
|}

Im 1. Weltkrieg Besetzung durch deutsche Truppen, seit 1918 Hauptstadt des erneut unabhängigen Polens. Nach einer kulturellen Blütezeit unter Präsident Starzyński kam es 1939 zum erneuten Einmarsch deutscher Truppen (2. Weltkrieg). In dieser Zeit wurden mindestens 300.000 jüdische Bürger Warschaus deportiert und ermordet (Man geht aber von weit mehr aus). 1943 und 1944 kam es in Warschau zu Aufständen (davon ein Aufstand der jüdischen Bürger im Ghetto). Im Verlauf des zweiten Aufstandes 1944, bei dem die sowjetischen Truppen auf dem anderen Weichselufer zusahen, ohne einzugreifen, wurde das gesamte Warschauer Stadtgebiet zerstört.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Altstadt ab 1946 bis 1953 in einer als Meisterleistung gewürdigten historischen Rekonstruktion wieder aufgebaut und dafür als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet. Die Arbeiten orientierten sich dabei an Gemälden Canalettos aus dem 18. Jahrhundert.

S.a. polnische Geschichte.

Gegenwart

Wie andere Zentren Osteuropas auch, profitiert Warschau von der Wende 1989. Die Stadt beansprucht den Titel größte Baustelle Europas, in der Innenstadt sind in den letzten Jahren viele Läden, Einkaufszentren, Bürohochhäuser und Freizeitmöglichkeiten geschaffen worden. Gleichzeitig allerdings leidet darunter der historische Charakter der Stadt, da im gesamten Innenstadtbereich versucht wird, Geld zu verdienen und so viele historische Gebäude mit Werbung übersäht sind.

Warschau ist der größte Investitionsschwerpunkt in Polen. Die Arbeitslosigkeit liegt mit sieben Prozent weit unter dem polnischen Durchschnitt von 17%. In der Stadt entstehen neue Bürohochhäuser, die dem 234m hohen "Kulturpalast" in der Skyline den Platz streitig machen.

Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt wurde als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. In ihr finden sich vor allem reich verzierte Bürgerhäuser auf gotischen Grundmauern. Sehenswert sind: Kathedrale St. Johannes (2. Hälfte des 14. Jh.), Schloss (1680-92), Sigismundssäule (1643/44, Wahrzeichen der Stadt), verschiedene Paläste (Gninski-Palast, Lazienkipalast mit -park, Belvederepalast, Wilanowpalast). Ein weiterer dominanter Bau in der Innenstadt ist der aus kommunistischer Zeit stammende "Kulturpalast" im Zuckerbäckerbaustil. Europas größter Basar im Stadion 10-lecia wirkt wie eine Reminiszenz an die frühe Nachwende-Zeit.

Verkehr

Warschau ist politisches Zentrum von Polen, Anziehungspunkt für den Tourismus und kulturelles (neben Krakau) und wirtschaftliches Zentrum. Außerdem ist Warschau einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Mitteleuropas als Schnittpunkt der Verkehrswege Paris/London-Berlin-Warschau-Minsk/Kiew/Moskau und Nordeuropa-Balkan. Dem innerstädtischen Verkehr dient eine U-Bahn.

Administrative Einteilung