Weizenbier

Weizenbier ist ein obergäriges Bier, dessen Malz mindestens zur Hälfte aus Weizen hergestellt sein muss. Besonders im Süden Deutschlands ist als Synonym der Begriff Weißbier sehr gebräuchlich.

Weizenbier hat in der Regel einen Stammwürzegehalt zwischen 11 und 14 Prozent, der Alkoholgehalt liegt normalerweise bei 5 bis 6 Prozent. Es wird in der Regel in besonders geformten Gläsern ausgeschenkt.

Biersorten

Weizenbiere werden unterteilt in Hefeweizen mit Heferückständen und dem klaren Kristall- oder Champagnerweizen, bei dem die Hefe herausgefiltert wird.

Neben dem "normalen" Weizen gibt es das dunkle Weizen, das aus dunklem Malz hergestellt wird.

Es existieren alkoholfreie und "leichte", d.h. alkoholarme Varianten.

Oft jahreszeitlich beschränkt existieren die Starkbiervarianten Weizenbock und Weizen-Doppelbock.

Geschichte

Die Herstellung von Bier mit Weizen erfolgte bereits vor Jahrtausenden in Babylon und Ägypten.

In Europa gelangte die Technik der Weizenbierherstellung im 16. Jahrhundert von Böhmen nach Bayern.

1567 wird das Brauen von Weizenbier in Bayern verboten. Weizenbier wurde als "unnützes Getränk" betrachten, es war leicht verderblich, außerdem wurde Weizen für die Brotherstellung benötigt.

Bereits 1520 erhielt ein niederbayerischer Brauer gegen Bezahlung das Recht zugesprochen, entgegen dem "bayerischen Reinheitsgebot" Bier aus Weizen herzustellen.

Als 1602 der letzte männliche Nachfahre des Brauers starb, fiel dieses Privileg an den bayerischen Herzog Maximilian I zurück.

Das Privileg und das Verbot von 1567 führte zum "Wittelsbacher Weizenmonopol", welches eine sichere Einnahmequelle für den bayerischen Adel bedeutete:

Münchner Wirte wurden vertraglich verpflichtet, das hoch besteuerte Weizenbier auszuschenken, in anderen Landesteilen entstanden gegen "Lizenzgebühr" Weizenbierbrauereien.

Im 18. Jahrhundert ging der Marktanteil des Weizenbieres stetig zurück, 1798 hebt Kurfürst Carl Theodor von Bayern das Monopol auf.

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