Geschichte
Die ersten Siedlungsspuren in der Wiedergeltinger Flur reichen zurück in die mittlere Bronze- (1600 - 1200 v.Chr.) und die Hallstattzeit (800 - 500 v.Chr.). Die eigentliche Ortsgründung erfolgte ca. 500 n.Chr. durch eine alamannische Großfamilie. Hier liegen auch die Wurzeln für den Ortsnamen, der auf den Sippennamen "Widargelt" zurückzuführen sein dürfte.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf den 26. Januar 1172 als Herzog Welf VI. "in domo Welfonis ducis" - d.h. in der örtlichen Pfalz/Burg eine Urkunde ausstellt. Welf VI. schenkte um diese Zeit umfangreiche Güter in Wiedergeltingen an das von ihm 1147 gegründete Prämonstratenserkloster Steingaden. Steingaden hatte auch bis zur Säkularisierung 1803 die Gerichtsbarkeit über den Ort und stellte einen Oberrichter, der über die ganze regionale Hofmark Recht sprach.
In den Bauernaufständen wurde Wiedergeltingen am 20. April 1525 durch Truppen Herzogs Ludwig von Baiern als abschreckende Maßnahme gegen die Aufständischen zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg litt der nahe der Straße Landsberg - Mindelheim - Memmingen gelegene Ort ebenfalls Schaden, als durchziehende Söldnerheere sich schadlos hielten.
Eine Kirche wird ab 1185 beurkundet, diese wurde bereits 1235 von den Rittern von Mattsies im Zuge einer Streitigkeit mit dem Kloster Steingaden wieder in Brand gesetzt. Die heute noch bestehende Kirche datiert in ihren Fundamenten in das 14. Jahrhundert, der Chor wurde um das Jahr 1500 errichtet, während das Langhaus um 1700 fertiggestellt wurde.
Schulen sind seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen. Während zunächst in der Wohnung des Mesners unterrichtet wurde, war dies ab 1833/34 in der neugebauten Schule möglich. In den späteren Jahren erfolgen zahlreiche Umbauten und ein kompletter Neubau in den Jahren 1939 und erneut 1994.
Das Ortswappen zeigt auf silbernem Grund drei rote Quadersteine, welche die Bindung zum Kloster Steingaden symbolisieren. Darauf erhebt sich der Greifenlöwe mit spitzem Schnabel, geflochtenem Schweif und Krallenfüßen, der an das schwäbische Herzogshaus der Welfen erinnert.