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Friedrich Wilhelm Herschel (15. November 1738 in Hannover, † 25. August 1822 in Slough bei Windsor) war ein deutscher Astronom, Musiker und Komponist.
| Table of contents |
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2 Astronomie 3 Entdeckungen 4 Schriften 5 Wilhelm Herschel und die Infrarotstrahlung |
Leben
Herschel war Sohn eines Musikers, trat in seinem 14. Jahr in das Hoboistenchor der hannöverschen Fußgarde, ging 1757 nach London, ließ sich als Musiklehrer in Leeds nieder, ward sodann Organist in Halifax und 1766 Musikdirektor zu Bath. Das Studium der mathematischen Theorie der Musik führte Herschel auch dem aller übrigen mathematischen Wissenschaften zu, und besonders weckte das Lesen von Fergusons astronomischen Werken die Liebe zur Sternkunde in ihm.
Vorzüglich aber richtete er seine Untersuchungen auf die Nebelflecke und Sternhaufen und fand, daß ein Stück der Milchstraße, 15° lang und 2° breit, nicht weniger als 50.000 deutlich erkennbare Sterne enthalte. Auf diese Beobachtungen gründete er seine Theorie der Milchstraße.
Im Jahr 1786 (oder 1787?) entdeckte er zwei Monde des Uranus ( Titania und Oberon) und 1790 und 1794 vier andre Trabanten jenes Gestirns.
Mittels eines eigens gebauten Riesenteleskops von 12 m Länge, die seinerzeit zu den besten der Welt gehörten, entdeckte er 1789 zwei neue Trabanten des Saturn (die beiden Saturn-Monde Mimas und Enceladus) und bestimmte die Zeit der Rotation dieses Planeten. Lange Zeit wandte er seine Beobachtungen den Doppelsternen zu entdeckte eine große Anzahl derselben und fand, daß sie meist Partialsysteme bilden, in denen zwei Sonnen um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Er ward in Upton in Berkshire begraben.
Er veröffentlichte 1785 seinen legendären Aufsatz "On the Construction of the Heavens", in dem er ein erstes Gesamtbild der Milchstraße in drei Dimensionen beschreibt. Außerdem veröffentlichte er einen Katalog von 2500 Nebeln und deren Positionen, interpretierte diese als Geburtsstätten von Galaxien und rückte somit die Nebel zum ersten Mal in den Vordergrund.
Aufgrund seiner Leistungen wurde er 1816 von George III geadelt. Auch seine Schwester Caroline Herschel und sein Sohn John Herschel waren bedeutende Astronomen.
Herschel entdeckte die Infrarotstrahlung, indem er Sonnenlicht durch ein Prisma lenkte und hinter dem roten Ende des sichtbaren Spektrums ein Thermometer legte. Die Temperatur stieg in diesem Bereich, und Herschel schloss daraus, dass dort eine unsichtbare Form von Energie sein musste.
Astronomie
Herschel begann 1766 mit dem Bau von Spiegelteleskopen. Er baute 1774 einen fünffüßigen Refraktor, durch den er den Ring des Saturn und die Trabanten des Jupiter beobachten konnte, und fertigte von nun an zahlreiche Fernrohre, zum Teil von einer Größe, wie sie bis dahin noch unbekannt war, und beobachtete mit denselben unermüd-lich den Himmel. Entdeckungen
Sein Ruf verbreitete sich rasch in weiten Kreisen, als er 13. März 1781 den Planeten Uranus entdeckte, welchen er dem König von England zu Ehren Georgsgestirn (Georglum sidus) nannte. Georg III. (England) machte es nun Herschel durch Aussetzung eines Jahrgehalts möglich, sich ganz seinen astronomischen Studien zu widmen, worauf sich dieser nach Slough bei Windsor zurückzog. Es folgten nun Entdeckungen auf Entdeckungen. An dem Planeten Mars machte er von 1777 bis 1783 merkwürdige Beobachtungen. Schriften
Seine meisten Beobachtungen sind in den "Philosophical Transactions" und andern englischen Zeitschriften niedergelegt. Eine seiner letzten Schriften war "On the places of 145 new double stars" (1821). Viele seiner Schriften sind auch noch ungedruckt. Man hat folgende deutsche Übersetzungen: "Über den Bau des Himmels" (Königsb. 1791; 2. Aufl., Dresd. 1826); "Beschreibung des 40füßigen reflektierenden Teleskops" (Leipz. 1799); "Untersuchungen über die Natur der Sonnenstrahlen" (Halle 1801). Vgl. Wolf, W. H. (Zürich 1867); Holden, Sir W. H., his life and works (Lond. 1881; deutsch, Berl. 1881). Wilhelm Herschel und die Infrarotstrahlung
Teile dieses Artikels basieren auf einem Text aus Meyers Konversationslexikon, 1888