|
|
Wolfgang Nordwig war einer der erfolgreichsten Leichtathleten des SC Motor Jena. Als Nachfolger des achtmaligen DDR-Meisters Manfred Preußger vom SC DHfK Leipzig holte er von 1965 bis 1972 acht Mal den DDR-Meistertitel im Stabhochsprung nach Jena. Außerdem gewann er die Europameisterschaft im Stabhochsprung 1966, 1969 und 1971.
Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico City war er Mitglied der erstmals selbständig auftretenden DDR-Olympiamannschaft. Das spannende Stabhochsprung-Finale beendeten die drei Medaillen-Gewinner mit der gleichen übersprungenen Höhe von 5,40m: Gold Bob Seagren (USA), Silber Claus Schiprowski (BRD) und Bronze Wolfgang Nordwig.
Am 17. Juni 1970 übersprang er in Berlin die Weltrekordhöhe von 5,45m und löste damit John Pennel (USA) als Weltrekordhalter ab. Im gleichen Jahr am 3. September verbesserte er seinen eigenen Weltrekord bei der Studenten-Weltmeisterschaft in Turin auf 5,46m.
Den größten sportlichen Erfolg feierte Wolfgang Nordwig bei der Olympiade 1972 in München, wo er mit 5,50 m seine persönliche Bestleistung erzielte und vor Bob Seagren die Goldmedaille gewann. Als Olympiasieger wurde er 1972 zum DDR-Sportler des Jahres gewählt und beendete im gleichen Jahr seine fünfzehnjährige Stabhochspringer-Laufbahn.
Mit mehreren Studienabschlüssen als Ingenieur, Diplomphysiker und promovierter Ökonom arbeitete er im VEB Carl Zeiss in Jena und wurde Direktor im Bereich Forschung und Entwicklung. Anfang der 90er Jahre verließ er Thüringen und wurde Geschäftsführer einer Reiseverkehrsfirma in Berlin.