Wunder von Bern

Als Wunder von Bern wird der Gewinn der Fußball-WM der Herren 1954 in der Schweiz durch die Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Analog dazu werden Trainer und Spieler auch Helden von Bern genannt.

Im Endspiel, das am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorf-Stadion stattfand, siegte die Nationalmannschaft unter Trainer Sepp Herberger 3:2 gegen die Mannschaft aus Ungarn. Zu Beginn des Spiels dominierten die als unbezwingbar geltenden Ungarn. Schon nach wenigen Minuten gingen sie mit 2:0 erwartungsgemäß in Führung (6. Minute Puskas, 8. Minute Czibor). Danach wendete sich jedoch das Blatt und der DFB-Elf gelang durch Tore von Max Morlock (10. Minute) und Helmut Rahn (19. Minute) der Ausgleich. Den entscheidenden Treffer erzielte Helmut Rahn in der 85. Spielminute.

Der unerwartete Sieg bei der Weltmeisterschaft sorgte in der Bundesrepublik für eine enorme Aufbruchstimmung und gilt auch heute noch als das bedeutendste Sportereignis der deutschen Geschichte. Wissenschaftler wie der Politologe Arthur Heinrich und der Historiker Joachim Fest sehen in dem Titelgewinn sogar die eigentliche Geburtsstunde Nachkriegsdeutschlands.

Ein Teil des Mythos ist auch die legendär gewordene Radioreportage von Herbert Zimmermann (mangels Fernsehgeräten verfolgten die Deutschen das Endspiel überwiegend am Radio). Die Bedeutung seiner Reportage zeigt sich noch heute in dem Umstand, dass Fernsehbilder von den entscheidenden Szenen fast immer mit dem Radiokommentar hinterlegt werden. So zum Beispiel der Führungstreffer: Bozsik, immer wieder Bozsik der rechte Läufer der Ungarn hat den Ball - verloren, diesmal an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball - abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen ... Rahn schießt - Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! oder das Ende des Spiels: Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!

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