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Zeitreihen sind Zahlen-tupel x(t), die über einen bestimmten Zeitraum - meist diskret - erfasst werden (siehe Zeitreihenbegriff der Messtechnik weiter unten). In vielen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, Technik und Naturwissenschaften, vor allem im Bereich der Ökonometrie, der Finanzmathematik und der Biometrie, fallen Daten als Zeitreihen an. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Zeitreihen x(t) und y(t), Periodizitäten einer Zeitreihe x(t) oder systematische Verschiebungen (z.T. 30-Tage-Kurve eines Börsenkurses) zu finden. Zeitreihen werden auch heute noch viel für Prognosen verwendet, obwohl die Erfahrung gezeigt hat, dass ohne theoretisches Modell hinter der Zeitreihe solche Prognosen oft daneben liegen.
Eine besonders komplexe (aber auch reichhaltige) Datensituation liegt vor, wenn man zeitabhängige Mikrodaten besitzt, also z.B. Personen- oder Haushaltsdaten für verschiedene Zeitpunkte. Hier spricht man allerdings nicht mehr von Zeitreihendaten, sondern von Trend-, Panel- oder Ereignisdaten, je nach ihrer Zeitstruktur.
Man unterscheidet univariate und multivariate Zeitreihen. Ein grosser Teil der Zeitreihenanalyse beschäftigt sich mit der Analyse nur einer Zeitreihe x(t) und ihrer Periodizitäten und Verschiebungen. Hat man es mit mehreren zeitabhängigen Variablen x_1(t)..x_k(t) zu tun, dann wird man sich in der Regel für Zusammenhänge zwischen diesen Variablen interessieren; dies ist Gegenstand der multivariaten Zeitreihenanalyse.
Instrumente zur Periodizitätsanalyse sind z.B.
In der Inferenzstatistik schätzt man die Grösse der untersuchten Effekte auf der Basis von Stichproben. Neben den schon genannten Verfahren, bei denen man inferenzstatistisch dann die Fehler der gefundenen Ergebnisse abschätzt, können komplexe Zeitreihen-Modelle spezifiziert und geschätzt werden. Dies wird vor allem in der Ökonometrie für die Wirtschaftsmodelle genutzt. Grundlage ist der Begriff 'stochastischer Prozess' Hier ist insbesondere die Gruppe der ARMA-Prozesse zu erwähnen.
Unter Zeitreihe versteht man in der Messtechnik zeitlich geordnete Messungen (Bilder, Aufnahmen, Erhebungen) desselben Objekts oder derselben Eigenschaft. Sie erfolgen meist in gleichen Zeitabständen (Äquidistanz, z.B. stündlich, monatlich) oder in anderer Regelmäßigkeit.
Eine Zeitreihe kann auch unregelmäßig (nicht äquidistant) sein oder statt punktueller Messwerte die Anzahl von Ereignissen eines Zeitintervalls darstellen (Zählung etc).
Vorteile von Zeitreihen:
In der Fotografie bezeichnet Zeitreihe analog zur Blendenreihe die Abfolge der Verschlusszeiten.
Die Zeitreihe einer Kamera mit mechanischem Verschluss umfasst beispielsweise folgende Werte in der Zeitreihe:
Kameras mit elektronischem Verschluss können im Vergleich zu den klassischen Zeit- und Blendenreihen diverse weitere Belichtungszeiten und Blendenöffnungen einsteuern. Neben kürzeren (1/2000, 1/4000 usw.) und längeren Verschlusszeiten können dabei noch Zwischenstufen in halben oder drittel Blendenstufen eingesteuert werden. Programmautomatiken zeigen die jeweils elektronisch gewählte Zeit-/ Blendenkombination bei einfach ausgestatteten Kameramodellen häufig nicht mehr an.
Zeitreihe in der Statistik
Deskriptive Analyse von univariaten Zeitreihen
Instrumente zur systematischen Bewegung sind insbesondere
Inferenzstatistische Analyse von Zeitreihen
Weblinks
Literatur
Zeitreihe in der Messtechnik
Werden jeweils mehrere Werte gemessen (z.B. Körpertemperatur und Puls), wird aus der einfachen Zeitreihe die Zeitreihe eines Vektors.
Siehe auch Funktion, Messung, Meßsystem, PreisentwicklungWeblinks
Zeitreihe in der Fotografie
Bei jeder Stufe dieser Zeitreihe verdoppelt sich die Lichtmenge, die den Film belichtet. Kürzere Belichtungszeiten können durch grössere Blendenöffnungen (= kleinere Blendenzahl) kompensiert werden, dabei entspricht eine Stufe der Blendenreihe einer Stufe der Zeitreihe.