Zeitzone

Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, auf dem eine gemeinsame Uhrzeit gilt. Er verläuft idealerweise entlang der Längengrade von den Polen aus. Den Polen kann man der Logik nach keine einheitliche Zeit zuordnen. Für sie gilt per Definition die so genannte Greenwich Mean Time (GMT)


Weltkarte mit Zeitzonen (größeres Bild)

Table of contents
1 Entstehung
2 Die heutigen Tatsachen
3 Politik versus Zeit

Entstehung

Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die gewissermaßen nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne im Zenit stand, war das 12 Uhr mittags.
Reist man mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Osten, dann schreitet man in der Zeit voran, in Richtung Westen dagegen dreht man die Zeit zurück.

Dieser Zeitreise ist jedoch eine Grenze gesetzt, die so genannte Datumsgrenze. Überschreitet man sie Richtung Osten, gewinnt man einen Tag hinzu, in Richtung Westen verliert man einen Tag.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen und der Einführung von Fahrplänen erwies sich das alte Zeitsystem als zu kompliziert, da ständige Zeitumstellungen in den Fahrplänen berücksichtigt werden mussten.

Also einigte man sich darauf, eine einheitliche Zeit für ein ganzes Land festzulegen. Dies führte nach einigen internationalen Konferenzen 1884 dazu, dass die Erde zunächst in 24 Zeitzonen aufgeteilt wurde, die Differenz zwischen jeder Zone also 60 Minuten oder eine Stunde betrug. Rein mathematisch betrachtet überstreicht jede Zeitzone also einen Streifen von 15 Längengraden auf der Erdoberfläche.

Die heutigen Tatsachen

Ausgerichtet sind die Zeitzonen nach der Uhrzeit von Greenwich/London, welches auf dem 0. Längengrad liegt. Man bezeichnet diese als "Greenwich Mean Time". Von ihr aus werden jeweils die Differenzen zu den anderen Zeitzonen angegeben.

Jedes Land wurde einer Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-West-Ausdehnung haben mehrere Zeitzonen. So ist zum Beispiel Russland über neun Zeitzonen verteilt, Kanada und die USA über fünf, Australien über drei, Mexiko und Brasilien über zwei Zeitzonen.

Allerdings gibt es auch Länder oder Regionen, die weiterhin ihre spezifischen Zeiten haben, deren Differenz zu anderen Zeitzonen keine vollen Stunden betragen. So liegen zum Beispiel der Iran dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden, und die australischen Bundesstaaten "Northern Territory" und "Southern Territory" neuneinhalb Stunden vor der Greenwich Mean Time. Die Gründe für diese Sonderfälle sind wohl vor allem politisch-historischer Natur.

Politik versus Zeit

Aber auch heutzutage haben die Zeitzonen mehr politische Bedeutung als den Sinn der Angabe der genauen Tageszeit.

Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Länder der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) an, die eine Stunde vor der Greenwich Mean Time liegt. Portugal, das Vereinigte Königreich und die Republik Irland benutzen die Greenwich Mean Time, Finnland und Griechenland benutzen die osteuropäische Zeit (+2h gegenüber Greenwich), wobei es immer wieder Versuche gab, diese Länder der Mitteleuropäischen Zeitzone anzuschließen. Diese Vorliebe für die Mitteleuropäische Zeit führt dazu, dass an der nordwestspanischen Küste die Sonne erst nach 13 Uhr den Zenit erreicht, im östlichen Polen dagegen bereits gegen 11 Uhr.

In China - dessen Territorium in etwa vier Zeitzonen überschneiden würde - wird nur eine einzige Zeit benutzt, die der Greenwich Mean Time acht Stunden voraus ist. Ausschlaggebend für diese Festlegung war seinerzeit die Zeit in Peking.

Und in der russischen Enklave Kaliningrad ist es eine Stunde später als im östlich(!) angrenzenden Litauen und zwei Stunden später als im südlich angrenzenden Polen - denn maßgeblich ist für Kaliningrad die westlichste Zeitzone im russischen Mutterland, also +3h gegenüber Greenwich.

nds:Tiedrebeet



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