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Die Deutsche Zentrumspartei (Zentrum) wurde 1871 von Ludwig Windthorst und vom Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel Frh. von Ketteler als Partei der katholischen Minderheit im preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin gegründet. Wegen der Sitzplätze zwischen den konservativen 'Rechten' und den liberalen 'Linken' wurde sie 'Zentrum' genannt.
So war sie auf Reichs- wie auf Länderebene an Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), der Großen Koalition (SPD, Zentrum, DDP und DVP) sowie des Bürgerblocks (Zentrum, DDP, BVP, DVP und DNVP beteiligt und deshalb von 1919 bis 1932 mit kurzen Unterbrechungen in allen Reichsregierungen vertreten. Sie stellte unter anderem mit Wilhelm Marx und Heinrich Brüning mehrere Reichskanzler. Der letzte Kanzler mit Zentrumsparteibuch war Franz von Papen, der allerdings in gewisser Opposition zur eigenen Partei stand. Er versuchte, nachdem er mit der Ernennung zum Reichskanzler aus der Partei ausgetreten war, die NSDAP in die Regierungsverantwortung mit einzubeziehen, was misslang. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 wurde er Vizekanzler unter Adolf Hitler. Am 23. März 1933 stimmte die Fraktion des Zentrums im Reichstag Hitlers Ermächtigungsgesetz zu und verhalf ihm damit zur erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit. Die Zentrumspartei löste sich am 5. Juli 1933 als letzte der so genannten bürgerlichen Parteien auf.
Geschichte der Zentrumspartei
Bis Ende des 1. Weltkrieges (-1918)
Mit breitem Rückhalt in der Bevölkerung trat sie als starke Opposition gegen Otto von Bismarck bis ca. 1890 an, der diese Partei wiederum heftig bekämpfte. Danach unterstützte sie eher die Regierungspolitik, insbesondere in der Sozialpolitik, Außen- und Kriegspolitik während des 1. Weltkriegs. Mit der SPD und der Fortschrittlichen Volkspartei setzte sich die Zentrumspartei 1917 für eine Friedensresolution ein, welche jedoch keine Mehrheit fand. Mit Georg Graf von Hertling stellte sie von 1917-1918 erstmals einen Reichskanzler. Der Novemberrevolution 1918 stand die Zentrumspartei als konservative Kraft ablehnend gegenüber. Weil der damalige Parteivorsitzende Matthias Erzberger statt eines föderalistischen Ansatzes einen zentralistischen favorisierte, spaltete sich die Bayerische Volkspartei 1918 vom Zentrum ab.Weimarer Republik (1919-1933)
In der Weimarer Republik bildete die Zentrumspartei in der zerklüfteten Parteienlandschaft eine wichtige Rolle, zum einen aufgrund ihrer Mittelposition im Parteiensystem, zum anderen wegen ihrer grundsätzlichen Koalitionsbereitschaft.Nachkriegszeit (1945-)
Nach dem Krieg wurde das Zentrum wiedergegründet. Es hatte aber seine Funktion als christlich-katholische Volkspartei an die neugegründete CDU verloren, die auf eine gemeinsame Partei beider großer Konfessionen setzte. Das Zentrum hatte nur zeitweise regionale Hochburgen, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Rudolf Amelunxen vom Zentrum war 1945/46 erster Ministerpräsident von NRW. Die Partei saß bis 1958 im nordrhein-westfälischen Landtag und war in der Landesregierung vertreten. Außerdem hatte die Zentrumspartei im ersten Bundestag 10 Abgeordnete und dank eines Wahlkreisabkommens mit der CDU im zweiten Bundestag zwei Abgeordnete.
Die Partei existiert bis heute mit zirka 100 Mitgliedern, hat sich aber in Richtung einer rein religiös orientierten christlich-fundamentalistischen Partei entwickelt.Weblinks