Zweitaktmotor


Schematische Darstellung von Zylindern für
den Diesel- und Ottozweitaktprozess (vlnr.)
Ein Zweitaktmotor ist ein Hubkolbenmotor, der die zur Leistungserzeugung erforderlichen beiden Takte im Gegensatz zum Viertaktmotor während einer Umdrehung der Kurbelwelle bewältigt. Ein Takt ist die Bewegung des Kolbens vom Stillstand in eine Richtung bis zum erneuten Stillstand (die Bewegung von einem so genannten Totpunkt zum anderen). Die Kurbelwelle vollführt daher eine halbe Umdrehung während eines Taktes.
Immer noch beliebt sind Zweitaktmotoren in der Dieselausführung bei Schiffen, Lokomotiven und Notstromgeneratoren - in der Benzinausführung (Ottoprozess) bei Kleinfahrzeugen mit 50 cm³, Rasenmähern oder Motorsägen.

Table of contents
1 Prozessablauf im Zweitaktmotor
2 Vor- und Nachteile

Prozessablauf im Zweitaktmotor

Otto-Zweitaktmotor

Diesel-Zweitaktmotor

Bei einem Zweitakt-Dieselmotor wird statt des Kraftstoff-Luft-Gemisches im unteren Totpunkt Pressluft in den Zylinder eingeblasen und dadurch das Verbrennungsabgas in den Auspufftrakt gedrückt. Der Kraftstoff wird wie bei einem Viertakt-Dieselmotor in die Verdichtete und dadurch über die Selbstentzündungstemperatur des Kraftstoffs erhitzte Luft, je nach Abstimmung des Motors vor dem oberen Totpunkt, eingespritzt. Ebenfalls liegt die Auslassöffnung am Zylinderkopf.

Vor- und Nachteile

Vorteil des Zweitaktmotors ist in jeder Ausführung eine höhere spezifische Leistung als bei Viertaktmotoren, da pro Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt erfolgt (beim Viertaktmotor: Ein Arbeitstakt während zwei Kurbelwellenumdrehungen). In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Viertaktmotoren hier stark aufgeholt haben (etwa durch Turbolader und verbesserte Einspritzsysteme), so dass zum Beispiel bei Motorrädern und Motorrollern die Viertakter gar nicht mehr langsamer oder spurtschwächer sind als die Zweitakter. Auch akustisch ist der Zweitaktmotor wesentlich aufdringlicher als der Viertaktmotor.

Otto-Zweitaktmotor

Nachteilig sind speziell beim Otto-Zweitaktmotor die so genannten Spülverluste durch die teilweise Vermischung von Frischgas und Abgas während des Gaswechsels beim Otto-Zweitakter. Dadurch geht ein Teil des Frischgases unverbrannt in den Auspuff, was zu erheblichen Umweltbelastungen führt. Man versucht die Spülverluste durch eine Welle auf der Kolbenstirnfläche zu minimieren. Diese Welle lenkt das einströmende Frischgas in einen Wirbel, so dass es sich nicht direkt auf den Auslasskanal zubewegen kann.

Der Otto-Zweitaktmotor hat im Gegensatz zu Viertaktern und dem Diesel-Zweitakter kein permanentes Motoröl, sondern bekommt statt dessen ein Gemisch aus Benzin und Öl, das als Brenn- und Schmierstoff dient. Auch durch die Verbrennung des Öls ergeben sich höhere Umweltbelastungen als beim Viertakter. Dies hat den Vorteil bei Motoren, die oft ihre Lage ändern, wie Kettensägen oder Rasenmähern auf Böschungen, da hier die Schmierung immer gewährleistet ist.

Siehe auch: Zweitaktmotoren - Schadstoffproblematik

Diesel-Zweitaktmotor

Der Diesel-Zweitakter ist, in Bau und Steuerung, komplizierter als ein Otto-Zweitakter. Es sind nach wie vor Ventile (es werden teils mehrere Auslassventile parallel geöffnet) und ein Einspritzsystem im Zylinderkopf notwendig. Die notwendige Pressluft muss durch eine entsprechende Vorrichtung (zum Beispiel einen Turbolader) erzeugt werden. Somit ist der Diesel-Zweitaktmotor für kleinformatige Anwendungen eher uninteressant. Sinnvoll ist das Prinzip jedoch in der Bauform als Gegenkolbenmotor, was ab 2000 wieder untersucht wurde.



Websites: Tagoror | Guajara | Tacoronte Guia | Todo Gomera | Deranet | Radioaficionados | Cinebso | Mi Buscador

Enciclopedia On Line: GNU FDL.